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Samstag, 24. Oktober 2015

Vogelfrei - Felicitas Gruber


München-Krimi

Klappentext:

Manchmal muss man dem Herrgott eben a bissl ins Handwerk pfuschen…

Der Herbst hält Einzug in München und bringt mit kräftigen Böen gleich drei Leichen auf Dr. Sofie Rosenhuths Seziertisch: einen Selbstmörder, eine Frau mit Glasfeile im Brustkorb und einen Priester, der vom Kirchturm in den Tod gestürzt ist. Die Rechtsmedizinerin glaubt, eine Verbindung zwischen den Fällen zu erkennen, doch ihr Ex, Hauptkommissar Joe, schaltet zunächst auf stur. Und da Joe sein Madl immer noch liebt, aber leider nur selten auf Sofie hört, muss sie Kopf und Kragen riskieren, damit bei der Polizei was vorwärtsgeht…

Mein Umriss:

Normal werden Selbstmörder, bei denen wirklich davon auszugehen ist, dass sie wirklich selbst Hand an sich gelegt haben, nicht seziert. In diesem neuen Fall für Sofie Rosenhuth ist es etwas anders. Sie hat es hier zwar eher mit einer „lustigen Witwe“ zu tun, also eher mit einer, der der Tod ihres Mannes nicht ungelegen kommt. Aber eben diese möchte, dass eine Obduktion durchgeführt wird, weil sie das Gefühl hat, dass der „Selbstmord“ von ihrem Mann nicht gewollt war.
Dumm für die Ermittler nur, dass die Witwe eine sehr reinliche Hausfrau ist, die um keinen schlechten Eindruck auf die Damen und Herren der Polizei zu machen, schnell noch gründlich putzte, bevor diese eintrafen. Dies macht natürlich die Ermittlungen nicht einfacher. Aber Sofie wäre nicht die gute Rechtsmedizinerin, wenn sie da nicht stutzig würde.
Als eine ermordete Nageldesignerin in ihrem Studio gefunden wurde, standen Joe und Sofie vor einem weiteren Rätsel, weil es kein erkennbares Motiv gibt, die Mordwaffe zwar in der Brust der Ermordeten gefunden wird, aber die Waffe nicht vollständig und das fehlende Stück erstmal nicht auffindbar ist. Ausserdem vermuten sie einen Zusammenhang, kommen aber nicht sofort dahinter.
Als dann auch noch der Giesinger Pfarrer der Kirche Maria Hilf von einem Baukran stürzt, ist das Rätsel perfekt. Denn war hat der Herr Pfarrer mit einem Bauunternehmer und einer halbscharigen Nageltussi zu tun, die früher eigentlich andere Pläne für ihr Leben hatte.
Die Zusammenarbeit zwischen Sofie und Joe gestaltete sich auch nicht besonders leicht, weil ihr Exmann ihr zwar zu verstehen gibt, dass er ihre ehemalige Beziehung gerne nochmal aufleben lassen würde, aber sein Tun etwas anderes vermuten läßt. Sofie hat zwar Katzenjammer, aber könnte sich ja auch anderweitig trösten, denn da ist ja noch der Polizeireporter, der ihr nicht nur im Kopf herumgeistert. Und plötzlich wird sie auch noch von einem Mops, den sie kurzerhand Murmel tauft, adoptiert. Ihm allein schein ihr Herz in Zukunft zu gehören…

Mein Eindruck:

Gewohnt humorig und trotzdem gut recherchiert führt Felicitas Gruber ihre Fans wieder durch den Münchner Stadtteil Giesing und über dessen Grenzen hinaus. Liebevoll macht sie die Auer Dult, die regelmäßig vor der Stadtteilkirche Maria Hilf stattfindet, zu einem schönen Zusatzthema für Münchenkenner und solche, die es werden wollen.
Man muss aber nicht unbedingt Münchner sein, um dieses Buch einfach gern zu haben. Gruber zeigt die Rechtsmediziner, ebenso wie die Polizisten von ihrer menschlichen aber nicht weniger professionellen Seite, die im Beruf so wichtig ist. Sie zeigt, dass das Leben nicht nur aus Arbeit, sondern auch aus zwischenmenschlichen Begebenheiten besteht und dass Ermittler auch Menschen aus Fleisch und Blut sind, bei denen auch nicht immer alles glatt läuft, oder sogar noch perfekt ist.
Liebenswürdig geht sie auf die Hauptprotagonisten ein, sodass sie einem von Band zu Band mehr ans Herz wachsen. Sogar für George, dem Skelett in Sofies Kabuff in der Rechtsmedizin in der Nussbaumstrasse, hat sie gefühlvolle Worte, die einem so manches Schmunzeln ins Gesicht zaubern.
Ich würfelte die drei Teile über Sofie Rosenhuth zwar etwas durcheinander, aber das tat meiner Lesefreude keinen Abbruch. Nach den Teilen eins und drei las ich hiermit Teil zwei und hoffe, dass es schon bald einen vierten Teil geben wird.

Mein Fazit:

Spannende Krimiunterhaltung aus der Bayrischen Landeshauptstadt, die meine vollste Empfehlung verdient.

Danksagung:

Mein herzlicher Dank geht an die Randomhouse-Verlagsgruppe und hier im Speziellen an den Diana-Verlag, der mir „Vogelfrei“ als Printausgabe zum Zwecke der Rezension zur Verfügung stellte. Desweiteren bedanke ich mich ganz herzlich bei Brigitte Riebe, einer der beiden Autorinnen für das mir zugesandte Hörbuch von „Vogelfrei“, das ich demnächst natürlich auch noch hören werde.
Auch dafür, dass ich das Cover zu diesem Buch zur Veröffentlichung verwenden darf, bedanke ich mich bei Randomhouse.

304 Seiten - KLICK
Diana Verlag
Erschienen am 11. August 2014
ISBN 978-3453357938

Kindle Edition - KLICK
1089 KB
Amazon Media EU S.à.r.l.
ASIN B00IHDR6S6

6 Stunden, 12 Minuten - KLICK
Hörbuch Download
Gekürzte Ausgabe
Audio media Verlag
ASIN B00MI6GRLK

Audio-CDs - KLICK
5 Stück
ISBN 978-3868048513





Freitag, 25. September 2015

Blaues Blut - Felicitas Gruber

München-Krimi

304 Seiten
Diana Verlag
Erschienen am 13. Juli 2015
ISBN 978-3453358508

Kindle Edition
978 KB
Diana Verlag
Erschienen am 13. Juli 2015
ASIN B00XPDHL6U

Klappentext:

Zefix, die Leichen waren früher auch besser!

Hochsommer in München. Die Stadt glüht. Ebenso wie die neu erwachte Liebe zwischen der Rechtsmedizinerin Dr. Sofie Rosenhuth und Hauptkommissar Joe Lederer.
Doch die Leiche einer alleinstehenden Adligen, verblutet in der eigenen Badewanne, verhindert, dass die beiden von einer zweiten Hochzeit träumen können. Zumal Sofies Verehrer, Charly Loessl, mit besagter Dame verheiratet war und nun ihre Hilfe braucht. Aber hat der smarte Polizeireporter noch mehr zu verbergen als seinen Adelstitel?

Dr. Sofie Rosenhuth – Eine Rechtsmedizinerin, die das Gras wachsen hört

Mein Umriss:

Eigentlich eine Frechheit. Taucht doch tatsächlich Dr. Erik Sander als Sofies neuer Kollege in München auf. Ausgerechnet Erik, der Sofie wegen der Tochter des Chefs in Berlin abgeschossen hat und nun glaubt, wieder um seine Ex balzen zu können…
Gleich zu Anfang gibt es eine weibliche Leiche, zu der sich bald herausstellt, dass sie adlig ist und auch noch mit dem Polizeireporter Charly Loessl verheiratet war. Von deren Existenz wusste Sofie bis zu deren Fund in der Badewanne nichts. Allerdings kann Sofie auch nicht glauben, dass Charly ihr Mörder sein sollte. Auch nicht, als sie und Joe ihr Ex-Mann feststellten, dass er spurlos verschwunden ist und am Tatort etwas gefunden wurde, das definitiv ihm gehört. Bald weiß jedoch Sofie, wo Charly ist. Das bringt Sofie allerdings sauber in die Bredouille, was Joe betrifft, der dafür sorgte, dass sie wieder Schmetterlinge im Bauch hat.
Gar nicht so einfach, ihn immer wieder abwimmeln zu müssen, zumal sie immer enger zusammen arbeiten und es nicht bei dieser einen Leiche bleibt…

Mein Eindruck:

Dr. Sofie Rosenhuth, die etwas tapsige, immer mit ihrem Gewicht hadernde Rechtsmedizinerin wird mir von Fall zu Fall sympathischer. Und nicht nur sie, auch Joe ihr Exmann, der sich schon im Zieleinlauf in die zweite Ehe mit Sofie wähnt. Und natürlich Tante Vroni und Sofies Kollegen. Da insbesondere Elke Falk, der Eisberg in Frauengestalt und Murmel der Mops, um den sie sich abwechselnd kümmern.
Felicitas Gruber hat mich auch mit Band 3 ihrer Reihe um die kalte Sofie zu 100% überzeugt. Sie steigt spannend mit einem Mord ein, wobei ich zuerst eine ganz andere, romantischere Ahnung hatte und natürlich muss ja etwas passieren, was der tollpatschigen, aber dadurch umso sympathischeren Sofie, erstmal den Tag zu vermiesen scheint. Während sie unter der Dusche steht gibt es urplötzlich kein Wasser mehr. Der Anruf über den Leichenfund erreicht sie und sie muss eigentlich los. Aber wie bekommt sie jetzt erst noch das Pflegemittel aus den Haaren, das zu allem Überfluss auch noch grau ist. Tante Vroni hat auch kein Wasser, wusste aber, dass es abgestellt wird, das Schyrenbad hat zu. Hier hätte Sophie die Dusche nutzen können. Also muss sie in die Nussbaumstraße in die Rechtsmedizin. Dort gibt es Duschen, aber natürlich kommt sie nicht unbemerkt bis dahin. Ähnlich chaotisch verfängt sich Sophie hier immer wieder in den unmöglichsten Situationen.
Besonders schön finde ich, dass Gruber immer wieder in den bayrischen Dialekt fällt, was vielleicht die Leseranzahl etwas schmälert, aber ihre Fans dafür umso mehr freut, denn genau das ist es, was diese Bücher so authentisch machen. Die Schreibweise ist locker, eher einfach und daher für jeden leicht verständlich und sehr unterhaltsam gehalten und München wird von seiner schönsten Seite gezeigt. Die Geschichte ist in sich stimmig und in medizinischer Sicht sehr gut recherchiert, wobei es nicht wundert, da sich die Autorin des Rates von Herrn Dr. habil. Oliver Peschl bediente, der auch schon Sebastian Fitzek mit Rat zur Seite stand.
Die Autorin hat es wieder einmal geschafft, mich von Anfang bis Ende zu fesseln. Am liebsten hätte ich das Buch in einem Rutsch gelesen, aber wenn es mal hakt, dann richtig, also musste ich mir unendliche zwei Wochen dafür Zeit lassen, was den Genuss aber nicht unbedingt schmälerte.
Nun hoffe ich, dass ich mich bald auf den vierten Band freuen darf, worüber sich die Autorin noch in Schweigen hüllt.

Mein Fazit: 


Auch den dritten Fall für die Kalte Sofie kann ich jedem Krimi- und Münchenfan wärmstens empfehlen.

Danksagung:

Mein Dank geht an die Randomhouse-Verlagsgruppe und hier im Speziellen an den Diana Verlag, der mir das Rezensionsexemplar und auch weiteres Material zu „Blaues Blut“ zur Verfügung stellte. Ebenso bedanken möchte ich mich bei Felicitas Gruber für das Hörbuch „Blaues Blut“, das ich bisher immer etwas von mir schob. Nachdem ich das Buch aber jetzt gelesen habe, werde ich es auch einmal damit versuchen, mir ein Buch vorlesen zu lassen.

Mittwoch, 4. Februar 2015

Die kalte Sofie - Felicitas Gruber


320 Seiten
Diana Verlag
Erschienen am 11. März 2013
ISBN 978-3453356870

Klappentext:

In Giesing dahoam, am Seziertisch zu Haus

Als die Rechtsmedizinerin Dr. med. Sofie Rosenhuth von Berlin nach München-Giesing zurückkehrt, ist sie gottfroh, wieder dahoam zu sein. Nur dumm, dass sie nun eng mit ihrem Exmann Joe von der Münchner Mordkommission zusammenarbeiten muss. Zu eng vielleicht, aber die Fälle sind knifflig: eine seltsame Vergiftungsserie durch Liquid Ecstasy, eine völlig verkohlte Leiche, der Sofie nur noch auf den Zahn fühlen kann – und die Viecherei mit einem toten Hund, der Sofie schließlich zum Mörder führt …

Mein Umriss:

Endlich ist Sofie wieder zuhause in Giesing. Ganz in der Nähe ihrer Tante Vroni, die sie unbedingt wieder mit ihrem Exmann Joe Lederer verkuppeln will. Aber da hat das Tantchen die Rechnung ohne Sofie gemacht, die die Krallen ausfährt, wenn es nur annähernd um ihren Exmann geht.
Blöd, dass der an einem Fall dran ist, den sie als Gerichtsmedizinerin auch bearbeitet. Also treffen sie immer wieder aufeinander… im wahrsten Sinne des Wortes.
Dazu kommt es, nachdem Sofie auf dem Weg in die Rechtsmedizin in der Nussbaumstrasse auf einem Spielplatz eine tote Maus findet. Sie hat eine schlimme Ahnung und nimmt das Tier mit an ihren Arbeitsplatz. Da ihre Kollegin eine Zicke vor dem Herrn ist, muss sie die Untersuchung heimlich machen. Sie sieht einen Zusammenhang mit dem Mädchen, das mit einer Vergiftung auf diesem Spielplatz zusammen brach. Sie sollte nicht falsch liegen. Nur von welchem Gutti spricht die Kleine im Krankenhaus? Und wer ist die hübsche, rothaarige Frau auf dem Foto, von dem die Kleine spricht?
Die Kleine ist aber nicht das einzige Opfer. Es folgen weitere und immer ist ein totes Tier und ein glitzerndes Gutti in der Nähe der Leichen.
Als eine Brandleiche im niedergebrannten Gartenhäuschen des Ministerialdirigenten Siebert gefunden wird, ist sich Sofie sicher, dass alles irgendwie zusammen hängt. Aber wie? Oder doch nicht?

Mein Eindruck:

Locker flockige Krimiunterhaltung von Felicitas Gruber, bei der der Humor nicht zu kurz kommt. Mehr als einmal liest man schmunzelnd über die Irrungen und Wirrungen zwischen Sofie und Joe und nicht zuletzt Tante Vroni. Der Leser wird immer wieder durch München geführt und wer sich dort einigermaßen auskennt, wird den einen oder anderen Platz oder die eine oder andere Straße bildlich vor Augen haben. Zumindest ging es mir so. Die Autorin versteifte sich mit diesem Münchenkrimi nicht auf Mordopfer und Lösung von Fällen. Sie zeigt auch die allzu menschliche Seite der Personen, auf die man beim Lesen trifft. So bleiben Schmetterlinge im Bauch, Wut, Trauer, Freude und auch etwas Schadenfreude nicht unentdeckt. Manche mögen meinen, dass es hier um einen reinen Frauenroman geht. Aber weit gefehlt, Felicitas Gruber lässt die Personen wirklich leben. Sie zeigt nicht nur den harten Job bei der Polizei oder in der Gerichtsmedizin, sie zeigt dem Leser, dass auch solche Menschen noch ein Leben außerhalb ihrer Arbeit haben. Dass sie auch Wünsche haben, die in Erfüllung gehen können, aber nicht unbedingt müssen.
Die Schreibweise ist einfach köstlich und wirkt wie von der Leber weg. Genau so soll es sein, wenn man gut unterhalten werden möchte. Auch das perfekt gewählte Cover zielt in Richtung eher leichter Literatur, die einfach nur Spaß macht.

Mein Fazit:

Ein Buch, das ich gerne und daher eher langsam gelesen habe und das ich jedem wärmstens empfehlen kann. Nicht nur Münchnern, auch solchen, die diese Stadt und ihre Einwohner lieben, obwohl sie nie dort gewesen sind, oder einfach nur gut unterhalten werden wollen.

Danksagung:

Mein herzlicher Dank geht an Felicitas Gruber, die mir dieses Buch samt Widmung zum Geschenk machte und an den Diana Verlag,der das Cover zur Verfügung stellte.