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Freitag, 30. November 2012

Der Nachtzirkus - Erin Morgenstern

464 Seiten
Ullstein
Erschienen am 15. März 2012
ISBN 978-3550088742

Klappentext:

Er kommt ohne Ankündigung und hat nur bei Nacht geöffnet: der Cirque des Rêves – Zirkus der Träume. Um ein geheimnisvolles Freudenfeuer herum scharen sich fantastische Zelte, jedes eine Welt für sich, einzigartig und nie gesehen. Doch hinter den Kulissen findet der unerbittliche Wettbewerb zweier verfeindeter Magier statt. Sie bereiten ihre Kinder darauf vor, zu vollenden, was sie selber nie geschafft haben: den Kampf auf Leben und Tod zu entscheiden. Doch als Celia und Marco einander schließlich begegnen, geschieht, was nicht vorgesehen war: Sie verlieben sich rettungslos ineinander. Von ihren Vätern unlösbar an den Zirkus und ihren tödlichen Wettstreit gebunden, ringen sie verzweifelt um ihre Liebe, ihr Leben und eine traumhafte Welt, die für immer unterzugehen droht.

Mein Umriss:

Zwei verfeindete Magier schicken ihre Kinder in einen unerbittlichen Kampf, aus dem nur der Sieger lebend hervorgehen kann. Celia Bowen, von ihrem Vater ab dem sechsten Lebensjahr in die Welt der Magie und Zauberei gezwungen, soll diese bis zur Perfektion erlernen. Egal ob das Kind Schmerzen leidet die ihm sein Vater zufügt, ihrem Vater kommt es nur auf ihren Sieg an. Marco Alisdair im Alter von zehn Jahren adoptiert, wird von seinem Vater auf das gleiche Ziel, wenn auch nicht so brutal, hin gedrillt.
Es geschieht, was nie geschehen durfte. Die beiden lernen einander kennen, finden heraus, dass sie diejenigen sind, die gegeneinander im Auftrag ihrer Väter an einem tödlichen Wettkampf teilnehmen sollen und Treffen eine folgenschwere Entscheidung.
Durch diese Entscheidung droht dem Cirque des Rêves das Ende.
Können sie ihre Liebe leben, ohne dass der Zirkus Schaden nimmt und keiner der beiden sterben muss? Oder ist es das Ende des das endgültige Ende des Cirque des Rêves?
Hier mehr zu verraten wäre nicht fair, also belasse ich es bei diesem Häppchen.

Mein Eindruck:

Zirkus der Träume ist ein Buch zum Träumen. Zum Träumen von fantastischen Zaubertricks, faszinierenden Magier und einem Zirkus, der in seiner Vielfalt ein unendliches Programm bietet.
Besonders faszinierend stellt Erin Morgenstern den Zirkusaufbau mit seinen unzähligen Zelten, in denen jedes allein schon für sich perfekt ist. Ebenso beschreibt sie die Mitternachtstreffen der Zirkusleute und insbesondere da geht sie äußerst intensiv auf jede einzelne Person ein, sodass diese dem Leser zum Greifen nahe kommt. Etwas verwirrend empfand ich die sprunghaften Wechsel der Zeiten, wobei sich diese Verwirrung erst recht spät als genialer Schachzug herausstellt.
Ein mystischer Roman, der einen zum Träumen bringt und das Kopfkino nicht mehr stoppen lässt.

Mein Fazit:

Wer nur ein klein wenig was für Mystik übrig hat, sollte sich dieses Buch auf keinen Fall entgehen lassen.

Freitag, 23. November 2012

Frostfluch - Jennifer Estep

416 Seiten
Ivi
Erschienen am 20. August 2012
ISBN 978-3492702485

Klappentext:

Gwen Frost lebt. Noch. Denn die Schnitter des Chaos haben es auf sie abgesehen. Und deshalb muss Gwen an der Mythos Academy kämpfen lernen. Ihr Lehrer: der attraktive Logan Quinn, in den Gwen heimlich verliebt ist. Die Komplikationen sind allerdings vorprogrammiert, denn der Spartaner hat ihr bereits zu Anfang des Schuljahres das Herz gebrochen. Ein Skiausflug bietet ihr endlich die willkommene Abwechslung vom harten Training - dort lernt sie den umwerfenden Preston kennen. Bald wird jedoch klar, dass Gwen ganz andere Sorgen hat: Die Feinde der Mythos Academy sind ihr auch außerhalb des Campus auf den Fersen und setzen alles daran, Gwen zu töten. Und zu allem Überfluss scheint auch Preston nicht der zu sein, für den sie ihn hält …

Mein Umriss:

Durch das Geheimnis das Gwen Frost im ersten Teil lüftete, sehen Professor Metis, Nickamedes und Trainer Ajax die Notwendigkeit, dass Gwen nun in die Künste des Kämpfens und Überlebens trainiert werden muss.
Der Winterkarneval steht an und die ganze Schule freut sich schon Tage vorher. Alle sind aufgeregt, nur Gwen hat gar keine Lust nach Powder zu fahren und dort auf Parties zu gehen und auf Skiern die Pisten unsicher zu machen. Ihre Freundin Daphne und deren Freund können sie jedoch davon überzeugen, doch mitzukommen.
Sie lernt Preston kennen, in ihren Augen einen Traumjungen, in den sie sich schnell verliebt und ihm nahe sein möchte. Als sie sich von einem Fenriswolf bedroht fühlt und mit ihm auch noch in eine Lawine gerät, spitzt sich die Situation für Gwen dramatisch zu. Sie ist nunmehr gezwungen um ihr Leben zu kämpfen, als sie herausfindet, dass Preston nicht der ist, der er vorzugeben scheint. Nicht nur, dass sie harte Prüfungen überstehen muss, nein sie findet auch noch die Wahrheit über den Tod ihrer Mutter heraus. Über dieser Wahrheit droht Gwen zu verzweifeln….

Mein Eindruck:

Jennifer Estep hätte sich in diesem Buch viele Seiten sparen können, in denen sie in der Art, die ich in einem Jugendbuch unpassend finde, über die ersten Erfahrungen Jugendlicher mit dem anderen Geschlecht schreibt. Es wäre möglich gewesen, dafür bessere, weniger schlüpfrige Bezeichnungen zu finden. Sie hat dies ja beim ersten Kuss zwischen Logan und Gwen auch geschafft. Eifersucht und daraus resultierende Sprüche, die teilweise unter die Gürtellinie schlagen, sollten nicht in der Art und Weise in einem Jugendbuch stehen, wenn dieses auch in dieses Genre eingeordnet ist.
120 Seiten weniger, dafür den Rest so wie er ist und es wäre wirklich ein packendes Mysterybuch, das man auch als Erwachsener gerne liest. Die Handlung ist streckenweise auch hier sehr an die Harry Potter Bücher angelehnt, wenn auch mit anderen Personen und nicht mit Monstern, sondern Göttern und deren menschlichen Gehilfen.
Eine an sich gute Story, die einiger Nachbesserung bedürfte, aber trotzdem noch so gut lesbar ist, dass ich das Buch nicht abgebrochen habe.
Ein Buch, das flüssig zu lesen ist und sich teils einer sehr einfachen Sprache bedient.

Mein Fazit:

Zur Entspannung und zum Abschalten geeignet, aber nicht besonders anspruchsvoll.

Samstag, 17. November 2012

Frostkuss - Jennifer Estep

400 Seiten
Ivi
Erschienen am 12. März 2012
ISBN 978-3492702492

Klappentext:

Sie sind die Nachkommen sagenhafter Kämpfer wie Spartaner, Amazonen oder Walküren und verfügen über magische Kräfte. Auf der Mythos Academy lernen sie, mit ihren Fähigkeiten umzugehen und sie richtig einzusetzen.
Im Mittelpunkt der Serie steht die 17-jährige Gwen Frost, die über ein außergewöhnliches Talent verfügt: Sie besitzt die »Gypsy-Gabe« – bei der eine einzige Berührung ausreicht, um alles über einen Gegenstand oder einen Menschen zu wissen. Doch dabei spürt Gwen nicht nur die guten Gefühle, sondern auch die schlechten und die gefährlichen. Auf der Mythos Academy soll sie lernen, mit ihrer Gabe sinnvoll umzugehen. Aber was Gwen nicht weiß: Die Studenten werden dort ausgebildet, um gegen den finsteren Gott Loki zu kämpfen. Und obwohl sie der Meinung ist, an der Mythos Academy nichts verloren zu haben, erkennt Gwen bald, dass sie viel stärker ist als gedacht und all ihre Fähigkeiten brauchen wird, um gegen einen übermächtigen Feind zu bestehen.

Mein Umriss:

Gwen Frost verliert auf dramatische Weise ihre Mutter und lebt nun bei ihrer Großmutter, als eines Tages Professor Metis vor der Tür steht und erklärt, dass es Zeit wäre, dass Gwen nun auf die Mythos Academy geht. Diese Schule wird von Jugendlichen mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten besucht. Sie sind Amazonen, Walküren, Spartaner und verfügen über magische Kräfte und sind jeweils einem bestimmten Gott der Antike zugeordnet, für den sie irgendwann in den Kampf gegen Gott Loki ziehen sollen. Auf Mythos sollen sie ihre Geschichte kennenlernen, sowie den Umgang mit ihren Fähigkeiten im Leben und in Kampfsituationen. Als Gwen nach Mythos kommt sieht sie sich als totale Aussenseiterin. Sie kommt nicht aus reichem Haus, trägt keine Designerklamotten und verfügt auch nicht über unbegrenzt Geld. Was sie mitbringt, ist ein Einserschnitt, den sie auf der normalen Highschool inne hatte. Sie wird an der Schule nicht beachtet und auch nirgends in Aktivitäten ausserhalb des Schulalltages mit einbezogen. Gwen arbeitet neben der Schule in der Bibliothek der Altertümer, um ihre Großmutter etwas unterstützen zu können.
Als in der Bibliothek ein Mord geschieht, ist Gwen in unmittelbarer Nähe. Allerdings kann sie, als sie Jasmine das Mordopfer findet, keine Schwingungen feststellen, die sie darauf hinweisen was geschehen ist und warum Jasmine sterben mußte. Auch ist sie am nächsten Tag wie vor den Kopf gestossen, als sie bemerkt, dass scheinbar niemand an der Schule um das ermordete Mädchen trauert. Sie recherchiert auf eigene Faust und lüftet ein Geheimnis, das ihr zum Verhängnis werden kann…..

Mein Eindruck:

Ein überraschend gut geschriebenes Jugendbuch, in dem der jugendliche Leser nicht gehätschelt und gelehrmeistert wird. Nein, er wird hier in ein Geschehen aufgenommen, das ihn nicht mehr loslässt. Eine relativ einfache Schreibweise lässt einen recht schnell durchs Geschehen fliegen und macht es dem Leser leicht, sich in das Gelesene einzuleben.
Die Autorin schreibt, dass sie auf die Idee zu diesem Jugendroman durch den Film Kampf der Titanen kam. Mich erinnerte vieles erstmal an die Harry-Potter-Reihe. Denn auch dort war sich der Hauptprotagonist nicht ganz darüber im Klaren, dass er besondere Fähigkeiten hat, auch bei ihm stand irgendwann ein Abgeordneter der Schule vor der Tür, um ihm mitzuteilen, dass er die ab sofort besuchen werde und dort lernen würde, seine Zauberkräfte so einzusetzen, dass er niemandem Schaden zufügt. Und ebenso handelt es sich bei Mythos um ein Internat für die Jugendlichen mit eben diesen Fähigkeiten.
Auch erste Annäherungsversuche und kleine Liebe bleiben nicht unerwähnt. Als störend empfand ich jedoch einige Sätze in Bezug auf Liebe und Sexualität, die eher in die Schmuddelecke passen würden, als in ein Jugendbuch. Im Grossen und Ganzen locker leichte Lektüre nicht nur für Jugendliche.

Mein Fazit:

Lesestoff zum Abschalten und Entspannen. Nicht hoch anspruchsvoll aber trotzdem lesenswert.

Montag, 12. November 2012

Gier - Arne Dahl

512 Seiten
Piper
Erschienen am 27. Februar 2012-11-11
ISBN 9783492053051

Klappentext:

Während des G9-Gipfels in London werden zwei Menschen auf bestialische Weise ermordet. Sterbend flüstert eines der Opfer rätselhafte Worte – sind sie der Schlüssel zu einem alle Dimensionen sprengenden Verbrechen? Der erste Fall für die geheimen Ermittler vom Europol-Team. Aus seinem Mund ergießt sich ein Schwall Blut. Es ist kaum zu verstehen, was der junge Chinese flüstert. Nur dass seine letzten Worte von entscheidender Bedeutung sind, ist den Polizisten instinktiv klar. Kurz darauf wird in einem Waldstück bei London eine weitere schrecklich zugerichtete Leiche gefunden – das geheime Europol-Team beginnt zu ermitteln. Was treibt die Drahtzieher der beiden Morde an? Europol tappt im Dunkeln. Nur eines wird den Ermittlern immer klarer: Die Dimension dieser Verbrechen lässt selbst den Erfahrensten unter ihnen den Atem stocken. Brisant, packend und so erschreckend realistisch, dass Sie die Nachrichten in Zukunft mit anderen Augen sehen werden.

Mein Umriss:

Die Welt am Scheidepunkt. Weltwirtschaftskrise, Finanzkrise usw.
Unter diesen Voraussetzungen findet der G9-Gipfel statt. Mehrere Demonstration laufen zu einer zusammen. Geheime Ermittler von Europol sind in der Stadt. Ein chinesischer Staatsbürger wird von einem Auto angefahren. Der Beobachter versucht zu helfen, kommt aber zu spät. Das Unfallopfer will ihm was mitteilen…..

Mein Eindruck:

Wäre auf dem Cover Politkrimi oder Politthriller gestanden, hätte ich die Finger von diesem Buch gelassen, oder wäre mit anderen Erwartungen daran gegangen. So wurde ich erstmal von politischen Gegebenheiten regelrecht erschlagen. Bereits auf Seite 20 war ich genervt, weil der Autor in einer dahinplätschernden Art und Weise schreibt, die einem Thriller nicht gerecht wird. Es ist ok, wenn erklärt wird um welche Weltpolitischen Ereignisse sich das Gipfeltreffen dreht, aber dabei sollte der Autor nicht die eigentliche Handlung aus dem Blick verlieren. Irgendwie hatte ich bis Seite 60 das Gefühl, dass hier irgendetwas einfach nicht passen kann, denn was hat der Gipfel mit dem Unfall zu tun und wie passt eine Putzfrau ins Bild, die sich selber im Haus ihrer Arbeitgeber eingeschlossen hat und plötzlich von drei bewaffneten Männern überrascht wird?

Mein Fazit:

Abgebrochen nach 60 Seiten, da bis dahin nur gähnende Langeweile herrschte.

Sonntag, 11. November 2012

Flammenkinder - Lars Kepler

624 Seiten
Bastei Lübbe
Erschienen am 12. Oktober 2012
ISBN 978-3785724637

Klappentext:

In einer Einrichtung für suizidgefährdete junge Mädchen im Norden Schwedens wird eine Zwölfjährige ermordet aufgefunden - aufgebahrt in einem Bett, mit beiden Händen vor dem Gesicht. In der gleichen Nacht wird eine Krankenschwester brutal erschlagen. Niemand hat etwas gesehen. Als in einem Zimmer ein blutverschmierter Hammer gefunden wird, scheint der Fall aufgeklärt, doch das Mädchen, das dort lebte, ist verschwunden. Ihm ist es gelungen, in einem Auto zu fliehen. Für die Polizei beginnt damit ein dramatischer Kampf gegen die Zeit, denn in dem Wagen saß ein kleines Kind. Das Auto wird kurze Zeit später in einem Fluss in der Nähe entdeckt, und die Mörderin gilt auf tragische Weise als überführt. Nur Kriminalkommissar Joona Linna ist skeptisch. Zu viele Fragen sind noch offen. Was war das Mordmotiv? Und warum wurde eines der Opfer so merkwürdig aufgebahrt?

Mein Umriss:

Im Haus Birgitta, spezialisiert auf traumatisierte, selbstmordgefährdete Mädchen geschehen zwei schreckliche Morde. Die 14jährige Miranda wird mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen und von ihrem Mörder in einer seltsamen Position auf ihrem Bett abgelegt. Die Leiterin des Hauses stirbt ebenfalls in dieser Nacht einen grausamen Tod. Ihr wurde der Schädel mit einem Hammer eingeschlagen.
Als die Polizei eintrifft fehlt ein Mädchen und schnell haben die Ermittler somit eine Tatverdächtige. Zumal Vicky bereits als Ausreisserin, Herumtreiberin und Kleinkriminelle polizeibekannt ist, ist ihr dieser Stempel schnell aufgedrückt. Als sie dann noch ein Auto stiehlt, in dem sich ein kleiner Junge befindet, ist alles klar….
Wirklich? Da haben die ermittelnden Beamten nicht mit Joona Linna gerechnet. Der Polizist ist zwar momentan aufgrund interner Ermittlungen nicht im Dienst, ist aber als polizeilicher Beobachter mit im Geschehen. Ihm wird schnell klar, dass was nicht stimmt…. Nicht stimmen kann. Lange stochert er ebenso wie seine Kollegen im Dunkeln, aber im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft lässt er nicht locker, auch nachdem der Fall bereits als abgeschlossen gilt. Seine Hartnäckigkeit lohnt sich in diesem Fall besonders, zumal er durch seine erfahrene Routine in andere Richtungen ermittelt und die Lösung des Falles eine überraschende Wende und ihm die Rehabilitation bringt.

Mein Eindruck:

Ein Thriller mit Wow-Effekt, wie man ihn eher selten zu lesen bekommt. Von der ersten Seite an ist der Spannungslevel so extrem weit oben angesetzt, dass man das Buch nur schwer zur Seite legen kann. Irgendwie erwartet man schon fast, dass das nicht gut gehen kann, aber Lars Kepler schafft es trotz des hohen Spannungslevels immer wieder zusätzliche Spitzen einzubauen, um die Neugierde des Lesers kräftig zu schüren. Er bedient sich einer relativ einfachen Sprache und Ausdrucksform, um das rasante Tempo der ersten Seiten durch das gesamte Buch mit über 600 Seiten beibehalten zu können. Zu keiner Zeit schleicht sich Routine oder Langeweile ein, was bei anderen Autoren meist üblich ist, um Seiten zu füllen. Durch schnelle Szenenwechsel erreicht er, dass man sich gezwungen fühlt, weiter zu lesen. Denn man könnte zwischenzeitlich ja was versäumen. Lars Kepler hetzt den Leser geradezu durch seinen Fall und überrascht immer wieder dadurch, dass man kombinieren kann wie man will, aber am Ende da steht und sich denkt, dass das doch nicht wahr sein kann.
Die Charaktere sind sehr genau und prägnant und keineswegs unrealistisch beschrieben.
Verbrechen, Ermittlungen, Charaktere, Umfeld alles in sich geschlossen und nachvollziehbar dargestellt, als könnte es jederzeit überall auf der Welt ein solches Verbrechen geben, schließt man dieses Buch am Ende völlig atemlos und hofft auf das schnelle Erscheinen des nächsten Falles, den Joona Linna zu lösen hat.

Mein Fazit:

Einfach nur WOW, ein absolutes must have für den Krimi- und Thrillerfan

Dienstag, 6. November 2012

Grimm - Christoph Marzi

560 Seiten
Heyne
Erschienen am 11.11.2010
ISBN 9783453529601

Klappentext:

Vergiss nie die Macht der Worte…

Es waren einmal zwei Schwestern, die lauschten allabendlich den Worten ihres Vaters: »Mädchen, weicht vom Wege nicht!« Doch die Jahre vergingen, die eine Schwester starb und die andere vergaß Rotkäppchen. Bis sich das Märchen an einem stürmischen Herbsttag mit aller Macht bei der siebzehnjährigen Vesper Gold zurückmeldet.
Plötzlich geschehen seltsame Dinge in Hamburg: Ein Wolf streift durch die Stadt, Kinder fallen in einen rätselhaften Tiefschlaf. Und Vesper allein hält den Schlüssel zu einem düsteren Geheimnis in Händen, das bis zu den Brüdern Grimm zurückreicht.

Der Tag fängt nicht gut an für die siebzehnjährige Vesper Gold. In der Schule gibt es wieder Ärger, und ihre Mutter, eine weltberühmte Pianistin, hat einmal mehr keine Zeit für ihre temperamentvolle Tochter. Auch der schwere Sturm, der über Hamburg tobt, trübt Vespers Stimmung. Doch all das ist mit einem Mal unwichtig: Aus der Zeitung erfährt sie, dass ihr geliebter Vater im fernen Berlin unter rätselhaften Umständen gestorben ist. Wenig später stirbt auch Vespers Mutter, und plötzlich ist Vesper ganz allein auf der Welt. Einzig die Erinnerung an eine glückliche Kindheit, als ihr Vater ihr und ihrer großen Schwester Geschichten erzählte, ist ihr geblieben – und ein uralter goldener Schlüssel. Auf einmal geschehen immer unheimlichere Dinge in der Stadt: Märchenwesen werden lebendig, Wölfe tauchen auf und Kinder fallen in tiefe Träume. Auf der Suche nach Antworten trifft Vesper den geheimnisvollen Leander. Gemeinsam wollen sie das düstere Rätsel lösen. Doch die Zeit läuft, denn nur wenn sie herausfinden, was damals zu Zeiten der Brüder Grimm geschah, kann die Gegenwart gerettet werden ...

Mein Umriss:

Vesper Gold, die Tochter eines Regisseurs und einer Pianistin lebt in Hamburg in einer eigenen Wohnung, die sie sich von ihrer Mutter erkämpfte. Um nicht gänzlich von Mutter und Vater abhängig zu sein, jobbt sie neben der Schule in der Schneiderei eines Theaters, wo sie ihre Freundin kennenlernt, die eine kleine Tochter hat, die den Kindergarten besucht.
Aus der Zeitung erfährt Vesper vom rätselhaften Tod ihres Vaters in Berlin. Als sie ihre Mutter auf einer Konzerttournee telefonisch erreicht, will diese sofort nach Hamburg zu ihrer Tochter zurück kommen. In ihrer Trauer streift Vesper durch die Stadt, als sie ein Anruf der Mutter erreicht, die ihr mitteilt, dass sie nun zu hause sei. Vesper macht sich auf den Weg und als sie bei ihrer Mutter ankommt, findet sie diese ermordet und von einem komischen Gewächs in ihrem Flügel liegen. Als das Mädchen fluchtartig das Haus verlässt, stellt sie fest, dass sie von Wölfen verfolgt wird und erinnert sich an die Aussage ihres Vaters, sie solle nicht vom Wege weichen.
Darauf folgen weitere seltsame Dinge, mit denen Vesper nicht klar kommt. Sämtliche Kinder fallen in einen kurzen, tiefen Schlaf, die Eltern der Kinder haben in der Nacht alle den gleichen Traum.
Vesper erreicht ein Brief von einem Notar. In dem befindet sich ein Schlüssel und ein Ring mit einem Stein. Dieser Brief ist von ihrem Vater verfasst. Darin bittet er Vesper, zu einem Herrn Coppelius zu gehen und sich erklären zu lassen, was es mit Schlüssel und Ring auf sich hat.
Bei Herrn Coppelius angekommen überschlagen sich die Ereignisse und schon bald ist Vesper mit Leander, den sie in einer Bildergalerie kennenlernte auf der Flucht vor Wölfen….

Mein Eindruck:

Christoph Marzi wagt sich hier an ein interessantes, wenn auch etwas schwieriges Thema, welches leicht an die Chroniken von Narnia erinnert. Er weckt im Leser die Erinnerungen an vergessen geglaubte Märchen und die darin vorkommenden Figuren und baut diese in eine Geschichte der Gegenwart ein.
Ein sehr guter Ansatz zu einem immer wieder spannenden Thema. Leider jedoch teilweise sehr aufgebläht und in die Länge gezogen, hätte sich Marzi sicher ca. 150 Seiten sparen können und die Spannung wäre nicht bis fast auf den Nullpunkt gesunken. Diese danach wieder aufzubauen ist ihm zwar gelungen, aber irgendwie fand ich nicht mehr richtig ins Geschehen.
Besonders gut gelungen fand ich die bildlichen Darstellungen der Märchenfiguren, die Umstände jedoch erinnern stark an Hohlbein.

Mein Fazit:

Ganz ok, aber nicht unbedingt ein Buch, das man jemandem unbedingt empfehlen muss.

Freitag, 26. Oktober 2012

Liebeshölle. Warum mußte meine Schwester sterben? - Janine Latus

398 Seiten
Club Ausgabe
Erschienen 01.01.2009
ISBN B0036A2798

Klappentext:

Der New York Times Bestseller! Die wahre Geschichte zweier Schwestern, die zu Opfern von Gewalt wurden. Nur einer gelang nach Jahren des Leidens die Flucht. Die andere konnte nicht entkommen. Im Alter von 37 Jahren wurde Amy, die jüngere Schwester von Janine Latus, von ihrem Lebenspartner erwürgt, in eine Plane gewickelt und neben einer einsamen Landstraße verscharrt. So ging auf entsetzliche Weise und viel zu früh ein Leben zu Ende, das durch bittere Enttäuschung, Schmerz und Angst beherrscht war. Amys Leidensgeschichte spiegelt die der Autorin wider, die selbst viele Jahre immer wieder in Beziehungen mit gewalttätigen Männern geraten ist, sich aber schließlich aus einer Ehe lösen konnte, die durch emotionale und physische Gewalt geprägt war. "Unsentimental und tief berührend klingt Janine Latus' Erinnerungsbuch noch im Herzen nach, lange nachdem man die letzte Seite gelesen hat." Publishers Weekly

Mein Umriss:

Zwei Schwestern durch das Verhalten ihres Vaters geprägt, der sie schon in der Kindheit und Jugend klein machte, indem er ihnen vorwarf fett und nicht liebenswert zu sein. Als Janine begann, sich für Jungs zu interessieren, war für ihren Vater jedes Verhalten und jedes Kleidungsstück nuttig und aufreizend. Er selber schreckte aber weder davor zurück, seine eigenen Kinder zu begrapschen und hielt auch andern Mädchen und Frauen gegenüber seine Hände nicht zurück. Janine bekam die Streitereien ihrer Eltern immer wieder mit, jedoch ohne zu wissen, worum es dabei ging. In Gegenwart der Kinder spielten die Eltern immer das glückliche Paar.
Schon früh mit ca. 13 Jahren machte Janine die Erfahrung, dass Männer nicht nur nett sein können, als sie bei Bekannten ihrer Eltern als Babysitterin engagiert war. Der Herr des Hauses kam zurück und näherte sich ihr vor den Augen der eigenen Kinder in einer Art und Weise, wie es besser nicht sein hätte sollen. Als Janine das ihrer Mutter erzählte, zeigte der Vater keinerlei Reaktion, nur die Mutter verbot ihr in Zukunft wieder dahin zu gehen.
Sie entfernte sich mental immer weiter von ihrem Vater und als sie endlich 18 ist, zieht sie aus. Noch nicht fertig mit der Schule, kämpft sie sich durchs Leben. Sie jobbt um sich den Lebensunterhalt und die Miete zu sichern und schafft es. Bald lernt sie ihren ersten Mann kennen, der noch eine Steigerung zu ihrem Vater war.
Als er sie im Urlaub so verprügelte, dass sie mit gebrochenen Rippen und zahlreichen Prellungen zurück kommt, bittet sie einen Bekannten, sich die Verletzungen anzusehen. Er ist Arzt und gibt ihr den Tipp, sich von diesem Mann zu trennen. Sie verliebt sich in ihn und läßt sich scheiden und als seine Scheidung von seiner Frau durch ist, ziehen sie zusammen und heiraten.
Aber auch dieser Mann schlug sie. Aber nicht oft, er ist eher auf Psychoterror spezialisiert und quält sie damit fast 20 Jahre, bis sie einen Schlußstrich zieht.
In den ganzen Jahren hält sie intensiven Kontakt zu ihrer Mutter und ihren Geschwistern. Insbesondere zu ihrer jüngsten Schwester Amy, einer sehr intelligenten und gebildeten Frau.
Als Amy ihren Freund Ron kennenlernt, glaubt auch sie, das große Glück gefunden zu haben. So sah es jedenfalls Janine und auch der Rest der Familie, weil Amy selten über ihre Beziehung sprach. Bis Janine ein Anruf erreichte und sie sicher war, dass dieser Ron ihre über alles geliebte Schwester getötet hat…..

Mein Eindruck:

Janine Latus beschreibt ihre Kindheit und Jugend in einer liebevollen Familie, in der jedoch der Vater seine Kinder tyrannisiert, wo es nur geht. Insbesondere geht sie auf ihre Liebe zu ihrer Schwester Amy ein, mit der sie ein besonders festes Band verbindet und das trotz seiner Intensität Amy nicht schützen kann.
Janine Latus versucht immer wieder, ihre Einstellung zu diversen Dingen mit eigenen Unzulänglichkeiten zu entschuldigen, sieht aber leider zu spät, dass nicht sie oder Amy die Schuld daran tragen wie sie im Leben behandelt werden, aber nur sie beide die Kraft aufbringen müssen um das zu ändern. Sie zeigt ihren eigenen Kampf und auch die Schwäche ihrer Schwester, daran wenig ändern zu können.
Sehr liebevoll geht sie auf ihre Familie mütterlicherseits ein und hier eben besonders auf ihr Verhältnis zu Amy, der sie so gerne geholfen hätte aber nicht konnte.
Janine schaffte es, auch wenn sie inzwischen ihr Vertrauen in Männer wohl total verloren hat. Aber über den Verlust ihrer Schwester wird sie wohl nie hinweg kommen.

Mein Fazit:

Das Leben liegt in der eigenen Kindheit begründet und nur wer das erkennt, kann im Leben glücklich sein.
Ein unbedingt empfehlenswertes Buch über eine wahre Begebenheit, die einem noch lange nach dem Zuschlagen des Buches im Kopf bleibt.

Dienstag, 23. Oktober 2012

Als ich unsichtbar war - Martin Pistorius

344 Seiten
Bastei Lübbe
Erschienen am 30. August 2012
ISBN: 9783404603565

Klappentext:

Martin Pistorius war gerade zwölf geworden, als eine rätselhafte Erkrankung ihn seines bisherigen Lebens beraubte. Elf Jahre blieb er vollständig gelähmt, und seine Umwelt ging davon aus, dass er praktisch hirntot war. Er konnte sich in keiner Weise verständlich machen – und war doch innerlich hellwach. Niemand merkte, dass sein Gehirn sich nach einigen Monaten wieder vollständig erholt hatte. Von nun an musste er hilflos ertragen, dass er wie ein Baby behandelt wurde. Doch sein Geist löste sich von dieser Existenz, begab sich auf abenteuerliche Reisen, sah, hörte und spürte, wie die Welt um ihn herum sich wandelte, und wie die Menschen, die er liebte, sich veränderten, entwickelten, verliebten, zerstritten und wieder versöhnten. Elf Jahre lang blieb er Gefangener seines gelähmten Körpers, bis eine Therapeutin erstmals eine Reaktion wahrnahm und ihn endlich befreite. Martin entpuppte sich als wahres Computergenie, konnte schnell mittels neuer Programme kommunizieren und endlich ausdrücken, dass er als stiller Beobachter alles mitbekommen hatte, was um ihn herum geschah. Sein Buch ist der faszinierende Einblick in die dunkle Welt der Wachkoma-Patienten, der in einem erstorbenen Körper Gefangenen, es gewährt Einblick in eine Welt der scheinbaren Finsternis und ist tief berührend in seiner Weisheit, seinem Humor und seiner Dankbarkeit dem Leben gegenüber.

Mein Umriss:

Durch eine rätselhafte Krankheit war Martin Pistorius im Alter von 12 Jahren ins Wachkoma gefallen. Von den Pflegekräften im Tagespflegeheim als leere, gefühllose Hülle betrachtet, ist er jedoch geistig hellwach. Aber er kann sich nicht bemerkbar machen. Sein Körper ist vollständig gelähmt. Somit muss er vieles über sich ergehen lassen. Mitunter auch Misshandlungen von frustrierten Pflegekräften, die keinerlei Rücksicht auf sein Wohlbefinden nehmen. Er wird zu heiß gebadet, wird mit ekligem Essen, das auch zu heiß ist gefüttert. Erbricht er sich vor Ekel, so wird darauf keine Rücksicht genommen. Nein, er wird weiter gefüttert. Auch sexueller Missbrauch ist in einem Pflegeheim auf dem Land an der Tagesordnung, wo er hingebracht wird, wenn seine Eltern Urlaub brauchen.
Bis zu dem Tag, als Virna im Tagespflegeheim auf ihn aufmerksam wird. Von ihr fühlt er sich gut behandelt. Sie geht rücksichtsvoll mit seinen schmerzhaft verformten Gliedmaßen um, macht vorsichtige Gymnastikübungen mit ihm und massiert seine verkrampften Muskeln. Und sie sieht in ihm einen lebenden Menschen.
Sie will ihm helfen und bittet seine Eltern, mit ihm einen Test seiner kommunikativen Fähigkeiten zu machen. Dort wird festgestellt, dass er zwar körperlich zu keiner Leistung in der Lage ist, aber sein Gehirn in einem sehr wachen und aufnahmefähigen Zustand ist.
Somit tun seine Eltern alles dafür, dass er in Zukunft wenigstens auf irgendeine Art und Weise kommunizieren kann. Seine Sprache und seine Beweglichkeit werden wohl nie wieder zurück kehren. Aber er soll sich mitteilen können. Martin macht so große Fortschritte mit seiner Kommunikation per Laptop und Buchstabiertafel, dass er sogar seinen Hochschulabschluß macht und in ein Forschungsprojekt zum Thema Kommunikation von und mit Behinderten aufgenommen wird und dort als vollwertiges Mitglied unter den Kollegen angenommen wird.
Innerhalb kürzester Zeit kann er sich per Laptop und Buchstabiertafel unterhalten, hält diverse Vorträge und versetzt sein Umfeld immer wieder in Staunen.
Auch seine körperlichen Fähigkeiten bessern sich im Laufe der Zeit, sodass er kleine Dinge selbst erledigen kann, wenn ihm jemand bei den Vorbereitungen dazu behilflich ist.
Über seine Schwester lernt er Joanna kennen und lieben. Er heiratet sie sechs Jahre nach seinem Erwachen aus dem Koma und heiratet sie. Seinen Lebensunterhalt verdient er inzwischen als erfolgreicher Webdesigner.

Mein Eindruck:

Denke nie dass Menschen im Koma leere Hüllen sind.
Noch ist nicht wirklich erforscht, was Menschen erleben und von ihrem Umfeld mitbekommen, wenn sie im Koma oder im Wachkoma liegen. Aber Martin Pistorius erzählt, wie es ihm erging und was er in dieser Zeit erlebte. Keineswegs geistig weggetreten mußte er zahlreiche Demütigungen über sich ergehen lassen, ohne sich zur Wehr setzen zu können.
Hätten die Pflegekräfte gewusst, was er mit seinem wachen Verstand mitbekommt, dann kann man davon ausgehen, dass sie sich so manche Schikane mehrfach überlegt hätten.
Martin Pistorius beschreibt seinen Zustand im Wachkoma mit nüchterner Klarheit, auch seine Ängste, seine negativen und positiven Gefühle während dieser Zeit stellt er realistisch nachvollziehbar dar. Seine Liebe zu Joanna, als sie langsam erwacht und immer stärker wird und an der er so lange zweifelte, beschreibt er sehr intensiv. So intensiv wie es wohl nur ein Mensch kann, der nie mit einer solchen Liebe gerechnet hat.
Die Geschichte von Martin Pistorius regt zum Nachdenken an und lässt hoffen, dass sie auch von Menschen gelesen wird, die Leuten wie ihm eher ignorant oder süffisant grinsend gegenüber stehen. Sei es aus Unsicherheit oder reiner Dummheit.
Die Geschichte eines Jungen Mannes, dessen Leben beinahe mit 11 Jahren geendet hätte, wären da nicht die richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle gestanden.

Mein Fazit:

Die Geschichte eines jungen Mannes, der früh aus dem Leben gerissen wurde und es trotzdem wieder zurück geschafft hat. Ein Buch, das man gelesen haben muss.

Freitag, 19. Oktober 2012

Griessnockerlaffäre - Rita Falk

240 Seiten
Deutscher Taschenbuch Verlag
Erschienen am 1. Oktober 2012
ISBN: 9783423249423

Klappentext:

»Die Beerdigung von der Oma ist an einem Donnerstag. Es ist nieselig und grau und wir stehen bis zu den Knöcheln im Friedhofs-Batz. Trotzdem ist beinah die ganze Gemeinde gekommen. Sie war halt auch äußerst beliebt, die Oma, das muss man schon sagen ...«
Keine Angst. Es ist nicht die Eberhofer Oma! Aber in Niederkaltenkirchen ist auch so einiges los. Im Polizeihof Landshut wird ein toter Polizist gefunden. Der Letzte, der mit dem Barschl zu tun hatte, war der Franz. Nun war der Tote ausgerechnet sein direkter Vorgesetzter – und absoluter Erzfeind. Blöderweise handelt es sich bei der Mordwaffe auch noch um Franz’ Hirschfänger. Sieht also nicht gut aus für den Eberhofer!

Mein Umriss:

Franz Eberhofer wird von seinem Kollegen Stopfer auf dessen Hochzeit eingeladen. Da dieser Kollege von der PI Landshut ist, will sich Franz vor der Veranstaltung drücken. Er weiß schließlich, dass dort auch der Dienststellenleiter Barschl eingeladen sein wird und den kann er auf den Tod nicht ausstehen. Weil ihm der Stopfer aber versichert, dass er sein Lieblingskollege ist und er auf keinen Fall an diesem großen Tag auf ihn verzichten will, sagt Franz zu und erscheint mit seiner langjährigen Freundin Susi. Susi wittert hier wieder mal die Chance, ihren Franz davon überzeugen zu können, die nun endlich auch zu heiraten.
Die Feier findet gegenüber der PI statt, was natürlich den Grund hat, dass die Gäste den kostenlosen Parkplatz der PI nutzen können.
Zum Ende der Feier entdeckt Eberhofer seinen Vorgesetzten Barschl auf dem Parkplatz, wie er die Kollegen ins Röhrchen blasen lässt und Anzeigen schreibt. Da rastet er aus und es kommt zu einem Handgemenge.
Am nächsten Morgen fahren mehrere SEK-Fahrzeuge auf den Hof und holen Franz aus den Federn. Er steht unter dringendem Tatverdacht, seinen Vorgesetzten ermordet zu haben. Als Tatwaffe wird sein Hirschfänger, der auf der Hochzeitsfeier die Runde machte sichergestellt und somit ist schnell klar, wer der Hauptverdächtige ist. Natürlich darf sich Franz nicht an den Ermittlungen beteiligen. Tut dies aber selber mit Hilfe seines Freundes, dem Birkenberger Rudi, seines Zeichens Privatermittler seit er aus dem Polizeidienst geflogen ist….

Die Oma bekommt Besuch und schwebt von dem Moment an auf Wolke 7. Der Vater ist total sauer und Franz wirft ihm Eifersucht vor, aber dem Franz ist dieser Paul auch nicht ganz geheuer. Bis sich herausstellt, wer dieser Mann tatsächlich ist und welche Rolle er im Leben der Oma spielt…..

Der Flötzinger kanns immer noch nicht lassen. Seiner Mary mit der er zwei Kinder hat, konnte er nie treu sein und nachdem Mary beschlossen hat, sich sterilisieren zu lassen, springt er mutig in die Bresche und bietet sich für diesen Eingriff an. Sieht er doch die Chance, weitermachen zu können wie bisher, nur ohne die Gefahr, dass eine seiner Gespielinnen von ihm schwanger werden könnte. Beinahe geht sein Übermut nach dem Eingriff ins Auge. Mary kommt nämlich dahinter, dass er mit Susis neuer Kollegin anbandeln will……

Mein Eindruck:

Auch der neue Provinz-Krimi um Franz Eberhofer, Flötzinger, Simmerl, Oma, Vater, Ludwig, Susi usw. ist von Rita Falk in altbewährter Manier geschrieben. Viele Missgeschicke verpackt in eine Krimihandlung, die spannend und trotzdem in einem köstlichen Humor verpackt ist. Den etwas schrulligen Polizisten mit einem Vater der Marihuana anbaut und raucht, ebenso wie seine immer um ihre Männer besorgte, taube Oma kann man sich als Nachbarn ohne weiteres vorstellen. Durch die Umsetzung des bayrischen Dialektes ins Hochdeutsche entlockt einem Rita Falk dem Leser nicht nur einmal ein kräftiges Schmunzeln und zwischendurch auch schallendes Lachen.
Als Fan dieser Reihe von Rita Falk hat man das Gefühl auf gute, liebgewonnene, alte Bekannte zu treffen.

Mein Fazit:

Beste Unterhaltung aus dem niederbayrischen Landshut, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Abgeschnitten - Sebastian Fitzek, Michael Tsokos

400 Seiten
Droemer
Erschienen am 26. September 2012
ISBN: 9783426199268

Klappentext:

Rechtsmediziner Paul Herzfeld findet im Kopf einer monströs zugerichteten Leiche die Telefonnummer seiner Tochter. Hannah wurde verschleppt – und für Herzfeld beginnt eine perverse Schnitzeljagd. Denn der psychopathische Entführer hat eine weitere Leiche auf Helgoland mit Hinweisen präpariert. Herzfeld hat jedoch keine Chance, an die Informationen zu kommen. Die Hochseeinsel ist durch einen Orkan vom Festland abgeschnitten, die Bevölkerung bereits evakuiert. Unter den wenigen Menschen, die geblieben sind, ist die Comiczeichnerin Linda, die den Toten am Strand gefunden hat. Verzweifelt versucht Herzfeld sie zu überreden, die Obduktion nach seinen telefonischen Anweisungen durchzuführen. Doch Linda hat noch nie ein Skalpell berührt. Geschweige denn einen Menschen seziert …

Mein Umriss:

Paul Herzfeld, berliner Gerichtsmediziner stößt bei der Obduktion einer schrecklich zugerichteten Leiche auf einen in deren Kopf versteckten Gegenstand. Als er diesen entfernt und öffnet, findet er darin die Handynummer seiner Tochter. Diese teilt ihn per Bandansage mit, dass sie entführt wurde und ihr Leben in Gefahr sei und er auf keinen Fall die Polizei in die Geschichte mit einbeziehen darf, weil er sie sonst nicht lebend wieder sieht.
Die Suche nach seiner Tochter entwickelt sich zu einer Schnitzeljagd, auf der es einige Opfer geben wird, denn die werden „gebraucht“, um weitere Nachrichten und Tipps zum Auffinden Herzfelds Tochter zu übermitteln.
Linda die Comiczeichnerin, die sich wegen eines Stalkers nach Helgoland abgesetzt hat, wird in Herzfelds Suche mit einbezogen. Sie ist diejenige, die die nächste Leiche findet. Helgoland ist jedoch aufgrund eines Orkans vom Festland abgeschnitten, also soll sie nach telefonischen Anweisungen die Obduktion an der Leiche vornehmen.
Linda weigert sich zuerst, aber nachdem Herzfeld ihr berichtete, warum dies so wichtig ist, willigt sie dann doch ein. Auch in dieser Leiche wird ein Hinweis gefunden….
Herzfeld versucht auf Biegen und Brechen auf die Insel zu kommen und macht einen fatalen Fehler. Er wendet sich an einen Kollegen, der ihm zwar nicht wohlgesonnen ist, aber ihm dennoch helfen will. Dies erfährt der Entführer und damit wird das Zeitfenster, das Herzfeld bleibt, immer kleiner.
Hier mehr zu verraten, wäre nicht fair, also lasse ich das mal so stehen.

Mein Eindruck:

Thrillerautor (Sebastian Fitzek) trifft auf Sachbuchautor (Michael Tsokos), sie beschließen ein gemeinsames Projekt und das Ergebnis ist ein Objekt, das von der ersten bis zur letzten Seite unter Hochspannung steht.
Schon auf den ersten Seiten wird man als Leser regelrecht an das Buch getackert, auch wenn man kurz darauf rätselt, was das erste Kapitel wohl mit der eigentlichen Handlung zu tun hat. Dies klärt sich jedoch viel später auf und führt zu einem Aha-Effekt beim Leser. Die flüssige, rasante und leicht nachvollziehbare Schreibweise macht es einem schwer, das Buch zur Seite zu legen.
Aufgrund der vielen medizinischen Details war es sicher ein guter Deal, dass hier ein Sachbuchautor mit involviert war. Dies macht die Geschichte und die medizinischen Hintergründe aber keineswegs unverständlich für den Leser, denn der Leser bekommt alle Erklärungen geliefert, die er braucht, um sich das Geschehen richtig bildlich vorstellen zu können. Kurz, ein rundum gelungener Thriller, wie er sein soll. Er hinterlässt den Leser atemlos mit einem staunenden Blick.

Mein Fazit:

Fitzek ist wie guter Wein, je mehr er schreibt, umso besser wird er. Auch wenn er hier einen Co-Autoren hatte, ist seine Handschrift klar erkennbar.