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Freitag, 12. August 2011

Dampfnudelblues - Rita Falk



256 Seiten, € 14,90 (D)
dtv premium
ISBN: 978-3-423-24850-1
Erschienen am 01. Mai 2011

Klappentext:

In Niederkaltenkirchen geht wieder das Verbrechen um und Dorfpolizist Franz Eberhofer hat privat wie beruflich alle Hände voll zu tun.

›Stirb, du Sau!‹, prangt es in roter Farbe von Höpfls Haus. Der Dienststellenleiter von der PI Landshut ruft an: Realschulrektor Höpfl ist nicht zum Unterricht erschienen. Ich soll da jetzt mal hinfahren und nachsehen. ›Stirb, du Sau!‹, schießt es mir durch den Kopf. Und ich ahne nix Gutes.

Mein Umriss:

Niederkaltenkirchen bei Landshut. Eine beschauliche Gegend, aber auch davor macht das Verbrechen nicht halt.
Als auf die Hauswand des Schulrektors Höpfl eines Tages "Stirb Du Sau" geschrieben steht, nimmt das Geschehen seinen Lauf. Erst verschwindet der unbeliebte Höpfl, taucht aber bald wieder auf. Doch dann wird er gefunden. Überfahren von einer Bahn und die Aussage des Zugführers läßt Franz Eberhofer, den Dorfpolizisten darauf schließen, dass es kein Selbstmord gewesen sein kann und beginnt mit den Ermittlungen, die ihn voll und ganz in Anspruch nehmen.
Susi sein Gspusi, mit der er mehr oder weniger, eher weniger zusammen ist läßt ihn unter Getöse in seinem zur Wohnung umgebauten Saustall zurück, nachdem er sie in seiner umwerfenden Art auf ihre "Dellen" an den Oberschenkeln aufmerksam machte. Diese Trennung macht ihm zu schaffen, was er aber niemals offen zugeben würde. Nachdem er dann sieben mal hintereinander zu jeweils 19,90 Euro sein Auto durch die Waschstraße fuhr, denkt er über sie hinweg zu sein, was er aber nur denkt.
Seine Oma, die mit seinem Vater unter einem Dach lebt, liebt er über alles. Besonders wegen ihrer Kochkünste. Er fühlt sich dafür zuständig, regelmäßig für die alte Dame die Sonderangebote der Geschäfte und Supermärkte zu durchforsten. Sonderangebote liebt seine Oma über alles und wo es was günstig gibt, muss sie einfach hin. Sein Vater hingegen liebt seinen Marihuanaanbau hinter dem Schuppen, gegen den Franz eigentlich vorgehen müßte.
Dann ist da noch sein Bruder, die Schleimsau Leopold, der mit einer Thailänderin die Tochter Uschi, von Opa und Franz Sushi genannt, hat und Panida die Mutter sobald er geschieden ist, heiraten will.

Mein Eindruck:

Zu Beginn kam mir die Schreibweise sehr seltsam und naiv, eher kindlich vor. Allerdings stellte ich recht schnell fest, dass es sich um eine wortwörtliche Übersetzung aus dem Bayrischen ins Hochdeutsche handelt. Dazu mußte ich mir einfach selber zuhören, denn jeder Dialekt hat seine eigene Grammatik und auch eigene Ausdrucksweisen und auch Worte. Mit dieser Erkenntnis bereitete mir es einen riesigen Spaß dieses Buch zu lesen, denn ich fühlte mich nach Niederbayern und zu dessen Einwohnern versetzt. Die Handlung ist zwar leicht zu durchschauen, aber durch die Personen und ihre Eigenheiten fiel das hier nicht ins Gewicht.
Die Autorin hat sich in die Menschen ihrer Heimat hineinversetzt und ihnen intensiv aufs Maul geschaut, denn nur so kann ich mir erklären, warum es eine wahre Freude ist, über Franz, seinen Vater, die Oma, Susi, Sushi, Leopold und viele andere zu lesen.

Mein Fazit:

Ein Leckerbissen für Fans von Regionalkrimis und solchen die es werden wollen. Ich war begeistert und es wird nicht mein letzter sein, obwohl ich sonst eher auf richtig, harte Thriller stehe

Mittwoch, 10. August 2011

Die Ludwigverschwörung - Oliver Pötzsch


ca. 400 Seiten, € 9,95 (D)
Ullstein Taschenbuch VerlagISBN: 9783548282909
Erscheinung 16.02.2011

Klappentext:

Steven Lukas, ein Antiquar aus München, findet in seinen Regalen ein ihm unbekanntes altes Buch. Schon bald merkt er, dass es sich dabei um das Tagebuch eines engen Vertrauten von Ludwig II. handelt, den Assistenten des königlichen Leibarztes Max Schleiß von Loewenfeld.
Das über hundert Jahre alte Buch ist in einer geheimen Kurzschrift verfasst, die Lukas nur Stück für Stück entziffern kann. Der ungeheuerliche Fund könnte die wahren Umstände des Todes von Ludwig II. verraten! Doch offenbar haben verschiedene Parteien ein Interesse daran, die Veröffentlichung des Tagebuchs zu verhindern. Und ein Fanatiker geht dabei über Leichen. Gemeinsam mit der Kunstdetektivin Sara Lengfeld gelingt es Lukas, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen – eine Rätselreise, die die beiden zu sämtlichen Schlössern des Märchenkönigs führt.
Mein Umriss:
Ein kleines Antiquariat im münchner Westend, betrieben von Steven Lukas ist der Beginn eines Krimis der jetzigen Zeit in Verbindung mit dem nach wie vor ungeklärten Tod des Märchenkönigs Ludwig II. Steven bekommt komischen Besuch in seinem kleinen Laden und als dieser wieder weg ist, entdeckt er ein Buch im Regal, das er bisher nicht kannte. Es handelte sich dabei um ein Kästchen, in dem sich Fotos, eine Haarlocke und ein Tagebuch befinden. Schnell kommt er dahinter, dass diese Dinge im Zusammenhang mit Ludwigs Leben und Tod zusammenhängen und der Autor des Tagebuches der Assistent des Leibarztes von Ludwig II. war. Allerdings ist das Tagebuch nicht einfach zu lesen, da in einer Geheimschrift verfaßt...
Mein Eindruck:
Oliver Pötzsch hat genial recherchiert, um dieses Buch zu schreiben. Viele Dinge entsprechen wie auch von ihm im Epilog erwähnt der Wahrheit, viele Dinge hat er dazu erfunden und damit einen in sich geschlossenen Kriminalfall geschaffen, um den sich seit dem Tod des Märchenkönigs im Jahr 1886 die wildesten Gerüchte ranken. Die offizielle Geschichte lautet, dass sich der König im Starnberger See das Leben genommen hat und seinen Psychiater Dr. Gudden mit in den Tod genommen hat. Allerdings könnte es auch Mord gewesen sein, oder gar ein Staatsstreich seiner Widersacher. Denn es ist bekannt, dass Ludwig weit über seine Verhältnisse lebte und seine Schlösser größtenteils auf Pump finanzierte und seine Handlanger sogar dazu anstiften wollte, Geldhäuser zu überfallen, um weiter bauen zu können. So kommen auch Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof in diesem Roman nicht nur am Rande zur Erwähnung, sondern sind geschickt in die Handlungen eingebaut. Zu Anfang ist dieses Buch etwas verwirrend und man wird verleitet, das Lesen abzubrechen. Wer jedoch dran bleibt, wird recht schnell entschädigt, da es ab dem zweiten Drittel einfach unmöglich ist, das Buch aus der Hand zu legen.
Mein Fazit:
Gegenwart und Geschichte sind hier einfach perfekt miteinander verknüpft und wer nur ein kleines bisschen vom Mythos Ludwig II. angesteckt fühlt, für den ist es eine Pflichtlektüre. Auch wenn vieles erfunden ist, so steckt viel Wahrheit in diesem Roman, dem auch eine Liste mit Recherchematerial anhängt. Ein spannendes Buch für jeden Krimifan.

Sonntag, 31. Juli 2011

Ohne jede Spur - Lisa Gardner



544 Seiten, € 9,99 (D)
rororo
ISBN: 978-3-499-25557-1
Erscheint am 01. August 2011

Klappentext:

Eine junge Frau verschwindet mitten in der Nacht – ohne jede Spur. Hübsch, blond, liebevolle Ehefrau und Mutter, Lehrerin, beliebt bei ihren Schülern.

Als Detective Sergeant Warren ihr Heim in der idyllischen Vorstadtsiedlung Bostons betritt, scheint der Fall klar: Intakte Schlösser, keine Spuren eines Kampfes oder Einbruchs – Sandra Jones hat ihre Familie verlassen. Die Medien stürzen sich auf den Fall. Schon bald sieht alles anders aus: Der Ehemann hütet ein Geheimnis, die Tochter hat vor irgendetwas Angst, Familienangehörige, Nachbarn, Bekannte verstricken sich in Widersprüche. Und auch Sandra Jones’ Fassade bröckelt ...

Mein Umriss:

Sandra verschwindet mitten in der Nacht spurlos aus einem sehr gut gesicherten Haus. Ihr Mann arbeitet und die kleine Tochter Ree schläft in ihrem Zimmer. Wenig deutet auf ein Verbrechen hin, die einzige Zeugin ist die kleine Tochter, deren Vernehmung nicht viel zu Tage bringt. Ihr Mann gerät schnell durch sein seltsames Verhalten in Verdacht. Es gibt jedoch noch andere Verdächtige. Da ist noch der junge Mann in der Nachbarschaft, der wegen Unzucht mit einer Minderjährigen verurteilt wurde, dann der Schüler an Sandras Schule, der sie in die Geheimnisse des Computers einweiht und dessen Vater.....

Mein Eindruck:

Lisa Gardner beleuchtet den Fall aus den Sichtweisen der involvierten Personen, sodass er für den Leser immer undurchschaubarer wird und der Verdacht damit auch immer wieder auf eine andere Person gelenkt wird. Sie versteht es, den Leser auf einem gewissen Spannungsniveau zu halten, sodass das Buch zu keinem Zeitpunkt langweilig wird.

Mein Fazit:

Ein etwas anderer Thriller, bei dem das Lesen so richtig Spaß machte, zumal ich hier verleitet war Sherlock Holmes zu spielen und am Ende total falsch lag. Dieses Buch sollte jeder Thrillerfan lesen, der weniger auf Blut, jedoch mehr auf hintergründigen Nervenkitzel steht.

Dienstag, 12. Juli 2011

Tödliches Requiem - Paolo Roversi



ca. 352 Seiten, € 8,99 (D) Kartoniert
List Taschenbuch Verlag
ISBN: 9783548610405
Erscheint am 15. Juli 2011

Aus dem Italienischen von Marie Rahn

Originaltitel: Niente baci alla francese


Klappentext:

Anfang Dezember: In der Mailänder Scala nähert sich das Konzert für die Bürgermeister von Paris und Mailand seinem Höhepunkt. Dann fällt der Strom aus. Als das Licht angeht, ist der Mailänder tot.

Der umtriebige Journalist und Profi-Hacker Enrico Radeschi ist sofort an dem Fall dran und beginnt zu ermitteln: zwischen Mailand und Paris, zwischen politischen Fronten und immer unter größter Gefahr für sein eigenes Leben.

Mein Umriss:


Große Premiere von „Aida“ in der Mailänder Scala. Alles was Rang und Namen hat und alles was denkt, Rang und Namen zu haben, ist auf den Beinen um sich dieses Ereignis nicht entgehen zu lassen. Sehr unpassend kommt es zu einem Stromausfall, an dessen Ende der ungeliebte Bürgermeister Biondi tot ist.

Getötet durch ein segensreiches Medikament, das vielen Kranken hilft, er jedoch mit einem Allergieschock reagiert, an dem er schließlich effektvoll vor Publikum stirbt.

So überraschend kommt sein Tod für viele nicht, da er nicht nur Freunde hat, sondern sich durch seine Politik in allen Kreisen immer mehr Feinde anhäuften.

Natürlich nimmt die Polizei sofort die Ermittlungen auf, allerdings tut dies auch der Reporter Enrico Radeschi, der schnell an Ort und Stelle ist.


Mein Eindruck:


Der Autor bedient sich für diesen Krimi an vielen, wie ich meine zu vielen Klischees, schweift zu weit vom eigentlichen Geschehen ab, sodass in vielen Passagen gähnende Langeweile aufkommt. Auch schreibt er zu viel über politische Belange, als über die eigentliche Handlung.

Was jedoch angenehm ist, dass man, sofern man schon mal in Mailand war, die Stadt sofort wieder erkennt und sich zu hause fühlt.


Mein Fazit:


Nicht das, was ich mir unter einem guten Krimi vorstelle. Es fehlen die Spannungsspitzen ebenso wie eine saubere Aufklärung des Mordes. Das eigentliche Motiv bleibt leider auch offen.

Das ist ein Buch, das man nicht unbedingt gelesen haben muss.

Montag, 4. Juli 2011

Der Junge im gestreiften Pyjama - John Boyne


Klappentext:

Der neunjährige Bruno weiß nichts von der Endlösung oder dem Holocaust. Er ist unberührt von den entsetzlichen Grausamkeiten, die sein Land dem europäischen Volk zufügt. Er weiß nur, dass man ihn von seinem gemütlichen Zuhause in Berlin in ein Haus verpflanzt hat, das in einer öden Gegend liegt, in der er nichts unternehmen kann und keiner mit ihm spielt. Bis er Schmuel kennenlernt, einen Jungen, der ein seltsam ähnliches Dasein auf der anderen Seite des angrenzenden Drahtzauns fristet und der, wie alle Menschen dort, einen gestreiften Pyjama trägt. Durch die Freundschaft mit Schmuel werden Bruno, dem unschuldigen Jungen, mit der Zeit die Augen geöffnet. Und während er erforscht, wovon er unwissentlich ein Teil ist, gerät er unvermeidlich in die Fänge des schrecklichen Geschehens.

Mein Umriss:

Zwei Jungen die aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen wurden und auf ungewöhliche Weise zueinander finden. Jeder auf seiner Seite des Zaunes, jeder in seiner eigenen Welt und sich trotzdem so nahe, dass sie Freundschaft schließen. Eine Freundschaft bis in den Tod zu Zeiten des Holocaust.

Mein Eindruck:

John Boyne beschreibt die Zerrissenheit der Menschen im Dritten Reich. Insbesondere geht er sehr emotional auf die entstehende Freundschaft zwischen Bruno und Shmuel, den beiden neunjährigen Hauptpersonen des Buches ein, die dann auf furchtbare Weise endet.
Boyne schreibt so realitätsnah, dass man sich als Leser mitten im Geschehen wähnt. Bezeichnungen und Orte nennt er nicht beim richtigen Namen, obwohl jedem klar ist, worum es geht.

Mein Fazit:

Wenn auch nicht klar hervorgeht, ob es sich um eine wahre Gegebenheit oder eine erfundene Geschichte handelt, ist es vorstellbar, dass es die Geschehnisse zur damaligen Zeit gegeben haben könnte. Es handelt sich hier zwar um einen Jugendroman, der jedoch auch Erwachsenen zu denken gibt und noch lange in Erinnerung bleibt.

Dienstag, 28. Juni 2011

Die Zeit die uns noch bleibt - Stacey McGlynn



Klappentext:

Die Geschichte einer vergangenen Liebe

Ein wunderschöner und dramatischer Roman über eine alte, große Liebe und darüber, dass es nie zu spät ist für eine zweite Chance im Leben. Für Fans von Nicholas Sparks' "Wie ein einziger Tag".

Daisy Phillips ist 77, doch alt fühlt sie sich noch lange nicht. Deswegen protestiert sie, als ihr Sohn auf die Idee kommt, sie ins Altenheim zu stecken. Daisy hat nämlich ganz andere Pläne. Ein neues Abenteuer muss her. Da findet sie zufällig eine alte Armbanduhr, die sie vor vielen Jahren von ihrer großen Liebe geschenkt bekommen hat: dem amerikanischen Soldaten Michael. Mit einer uralten Adresse im Gepäck macht Daisy sich auf die Reise nach New York, um Michael wiederzufinden. Und damit vielleicht ein Leben zu entdecken, dass sie selbst hätte leben können.

Mein Umriss:

Die 77jährige Daisy ist schockiert, als ihr ihr Sohn Dennis eröffnet, dass sie in ein Altenheim ziehen soll. Sie durchschaut ganz schnell, dass es nicht seine Idee ist, sondern die seiner geldgierigen Frau Amanda.
Als Daisy im Keller auf eine Kiste stößt, in der diverse Erinnerungsstücke sind, faßt sie einen Entschluß. Sie teilt ihrem Sohn mit, dass sie ihr Haus nicht verkauft und dass sie in die USA reisen wird. Der Grund für diese Reise ist ihre erste große Liebe Michael Baker, der ihr vor 60 Jahren eine Armbanduhr mit einer Widmung von Arthur Runbinstein geschenkt hat. Ihn wollte sie eigentlich heiraten, aber plötzlich kamen keine Briefe mehr von ihm an. Jetzt will sie sich auf die Suche nach ihm machen.
Es kommt ihr gelegen, dass sie noch entfernte Verwandte in New York hat, bei denen sie nachfragt, ob sie sie für einige Zeit bei sich wohnen lassen würden. Die sind zwar nicht so begeistert, aber lassen sich darauf ein.
Daisy fällt es dann erstmal schwer, ihnen zu sagen, aus welchem Grund sie nach USA kam. Aber nach ein paar Tagen teilt sie es ihnen mit. Ihre Großnichte und deren Sohn waren sofort Feuer und Flamme und wollen ihr helfen. Sie finden heraus, dass Michael zwar nicht mehr an der ursprünglichen Adresse lebt, aber die 93jährige Hulda Khiest, eine gebürtige Schweizerin kann sich an seine Familie erinnern und bietet auch ihre Hilfe an.
Als sie ganz nah am Ziel sind, erleben sie einen herben Rückschlag und Daisy will überstürzt nach Liverpool zurück. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse....

Mein Eindruck:

Stacey Mc Glynn schreibt sehr gefühl- und liebevoll über die Erlebnisse der alten Dame. Auch kann sie sich sehr gut in deren Empfindungen hinein versetzen. Sie bleibt beim Thema und verzettelt sich nicht in Dingen, die nicht zur Geschichte gehören und daher fällt es schwer, das Buch zur Seite zu legen.

Mein Fazit:

Ein wunderschönes Buch über den Lebensabend einer aktiven Frau, die sich nicht unterkriegen läßt. Einfach nur empfehlenswert.

Freitag, 24. Juni 2011

Die Swarovskis - Eine schillernde Dynastie



Klappentext:

Swarovski. Der Name steht für Kristall in seiner höchsten Vollendung. Die Nachkommen des böhmischen Glasbläsers Daniel Swarovski kontrollieren heute einen Weltkonzern: 450.000 Menschen sammeln Swarovki-Kristallfiguren, Modeschöpfer verzieren ihre Roben mit glitzernden Steinen aus Tirol, zudem pilgern jährlich 700.000 Touristen nach Wattens in die von André Heller gestalteten »Kristallwelten«. Dieses Buch ist das erste Portrait der Kristall-Dynastie: Alles von den Anfängen im 19. Jahrhundert über die Verstrickungen im Dritten Reich bis zur Frau von Karlheinz Grasser.
Mein Umriss:
Daniel Swarovski gründete im Jahr 1895 mit Fritz Weis in Wattens/Tirol eine Glasschleiferei und im Laufe der Jahre entwickelte sich dieses Unternehmen zum Zweitgrößten Privatunternehmen Österreichs, sowie zum führenden Herstellungsbetrieb für Glaskristalle.
Im dritten Reich schwenkte das Unternehmen in die Rüstungsindustrie um und produzierte Ferngläser wie das berühmte Habicht und Zieleinrichtungen. Zugleich beschäftigte das Unternehmen inhaftierte Kriegsgefangene und bot ihnen bei gleicher Leistung die gleiche Entlohnung wie den Mitarbeitern, die in Freiheit lebten. Durch diesen Schwenk wurde das Unternehmen nicht enteignet und blieb im Familienbesitz.
Im Laufe der Jahre gründeten die Familienmitglieder immer mehr Unternehmenszweige, mit denen sie bis in die heutige Zeit erfolgreich sind.
Mittlerweile wird das Unternehmen in der 5. Generation geführt.
Mein Eindruck:
Ein Sachbuch über den steten Aufstieg eines Unternehmens zu einem weltweit agierenden Konzern, der in seiner Vielseitigkeit wohl einzigartig ist.
Klar strukturiert mit vielen Zahlen und Fakten zu den Einzelunternehmen wird die Swarowski-Dynastie dargestellt. Das Buch zeichnet sich durch umfangreiche Recherche in den unterschiedlichsten Zweigen, sowie innerhalb des Unternehmens aus.
Mein Fazit:
Wer einen Blick durchs Schlüsselloch der Familie sieht und dort Skandale und Skandälchen sucht, ist mit diesem Buch schlecht bedient. Es ist ein Buch voller Fakten und Unternehmensgeschichte, das Einblick in die Unternehmensstrukturen gibt, aber ganz wenig über die Familienmitglieder, die sich mit ihrem Privatleben bedeckt halten, preisgibt.
Ich habe es in einem Tag gelesen, so fesselnd war es für mich, aber jeder sollte sich sein eigenes Bild davon machen.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Ein Leben voller Action - Jackie Chan



Biografie

Klappentext:

Jackie Chan ist weltbekannt für seine atemberaubende Stunts und Actionfilme. Hier erzählt Jackie Chan die aufregende Geschichte seines Lebens: wie er als Junge die Zeit mit dem tyrannischen Meister der Chinesischen Oper überstand und wie er sich vom einfachen Stuntman zum Superstar entwickelte.
Viele Farbfotos ergänzen Jackie Chans spannende Autobiographie.
Mein Umriss:
Jackie Chan, geboren 1954 unter dem Namen Chan Kong-Sang, der Actionheld Chinas und Hollywoods wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Sein Vater und seine Mutter arbeiteten als Koch und Haushälterin im Haushalt eines Konsuls.
Der lebhafte Junge ist weder durch die Strenge seines Vaters, noch durch die liebevolle Zuneigung seiner Mutter zu bändigen. Als sein Vater das Angebot bekam, nach Australien zu gehen, um dort zu arbeiten, wollte er seine Frau entlasten und brachte seinen Sohn zu Yu Jim-Yuen in die Schule der chinesischen Oper, die China Drama Academy. Dort erfährt er in einem zeitraum von 10 Jahren die ganze Härte der Ausbildung zu einem Operndarsteller und Kung Fu Kämpfer. Die Tage waren geprägt von Hunger, Schlägen und Entbehrung.
Ganz schlimm wurde es für ihn, als auch seine Mutter China verließ, um auch nach Australien zu gehen.
Irgendwann war es so weit, die Schule zu verlassen und auf eigenen Beinen zu stehen. Mehr recht als schlecht schlägt sich Jackie als Stuntman an den unterschiedlichsten Drehorten durch. Bis er seinen früheren Mitschüler Willie wieder trifft. Dieser hilft ihm, Rollen beim Film zu bekommen. Nach vielen Rückschlägen schafft er nach seiner enttäuschenden Rückkehr aus Amerika endlich den großen Durchbruch.
Mein Eindruck:
Jackie Chan erzählt die Stationen seines Lebens von seiner Geburt 1954 an, bis zu seiner Auszeichnung mit seinem Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood.
Die Armut in seiner Kindheit, die teilweise barbarischen Erziehungsmethoden durch Yu Jim-Yuen, stellt er unbeschönigt und realistisch dar. Er benutzt die ihm eigene schlichte und einfache Ausdrucksweise, die ihm trotz allem Erfolges aus seiner Jugend noch erhalten blieb.
Besonders interessant ist am Ende des Buches die Karrierelaufbahn, mit Nennung aller Filme, in denen er als Stuntman, Schauspieler und auch Regisseur mitgewirkt hat.
Mein Fazit:
Man muss kein Kampfsportfan sein, um dieses Buch gut zu finden, auch wenn sich beim Leser immer wieder die übertriebenen Kampfsportszenen aus den Bruce Lee Filmen einschleichen. Auch wenn sich Jackie Chan nie mit der Person Bruce Lee oder seinen filmischen Werken identifizieren wollte.
Eine rundum lesenswerte Biografie

Freitag, 17. Juni 2011

Eine Portion vom Glück - Bruni Löbel



Klappentext:

Bruni Löbel, Sympathieträgerin für Millionen, hat ihre in mehreren Auflagen erschienenen Erinnerungen fortgeschrieben. Mit leichter Hand zeichnet sie ihr Leben nach und schildert faszinierend ein Frauenschicksal vor dem Hintergrund der Weimarer Republik bis heute. Ihr Buch ist aber auch eine humorvolle, anekdotische Revue, in der die Großen ihres Metiers ihren effektvollen Auftritt haben: u.a. Heinz Rühmann, Boleslaw Barlog, Gustav Gründgens, Rudolf Noelte, Theo Lingen, Paula Wessely und nicht zuletzt Fritz Kortner in einigen unvergleichlichen, pointiert wiedergegebenen Szenen.

Mein Umriss:

Bruni Löbel zeigt in einer lebhaften Schreibweise ihr Leben von ihrer Kindheit in Chemnitz, ihrer Flucht aus dem Elternhaus mit 17 Jahren nach München, über die Wirren des zweiten Weltkrieges, der sie nach Österreich verschlägt, bis hin zu ihren Engagements an den namhaften münchner Theatern und in TV-Serien auf. Ihren Ansatz, in Amerika Fuss zu fassen, sowie ihr Pech mit den Männern und ihre Liebe zu ihrem Sohn Felix beschreibt sie mit viel Herzblut. Ebenso, wie sie ihr Glück in höherem Alter in ihrem Lebensgefährten Harald fand, der sie sogar davon überzeugte, dass sie ihn heiratete. Diese mächtige, große Liebe überstand alles Gute und Schlechte und somit wurde Bruni für die langen Jahre davor entschädigt.
Bruni Löbel, geboren am 20. Dezember 1920, gestorben am 27. September 2006 hat uns nicht nur ein Vermächtnis in vielen schönen und bezaubernden Theater-, Film- und Fernsehrollen hinterlassen, sondern auch eine wunderbare Biografie, die Einblick in ihr weitestgehend unbekanntes Leben gewährt.

Mein Fazit:

Wer die Filme aus den 50ern und 60ern liebt, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen

Freitag, 10. Juni 2011

Achtung Baby - Michael Mittermeier



Klappentext:

Jahrelang hat Michael Mittermeier auf der Bühne Späße über junge Eltern gemacht. Vor kurzem ist er selbst Vater geworden. Wie seine Tochter sein Leben verändert und worüber er jetzt lacht, erzählt er in diesem Buch. Er übersetzt darin die Direktheit seiner Live- Programme in eine Sprache, in der man ihn gestenreich erzählend vor sich sieht. "Achtung Baby" ist ein wunderbar selbstironischer und herzzerreißend ehrlicher Bericht über eine Zeit im Leben, in der sich Gefühle von Stolz, Unsicherheit und Glück rasant abwechseln. Eins ist danach klar: Das Leben mit Kindern ist anders als man denkt, nämlich viel lustiger.
Mein Umriss:
Nach langer Zweisamkeit entschließen sich Michael und Gudrun Mittermeier sich nun auch in den Stand der Elternschaft zu erheben. „Fleisch“ ist das ausschlaggebende Wort. Gudrun entwickelt Gelüste, Michael ist wie alle werdenden Väter mindestens genauso schwanger wie sie.
Sie erleben die Höhen und Tiefen der Schwangerschaft, bekommen Ratschläge. Viele sinnvolle, wie auch unsinnige, stehen gemeinsam die Geburt durch, über die sie viele Schauermärchen gehört haben und stellen fest, dass es einfach Wahnsinn ist, als Lilly am ersten Januar 2008 endlich das Licht der Welt erblickt. Michael entdeckt, dass es immer wieder ein erstes Mal gibt. Ein erstes Lächeln, ein erstes „Papa“, die erste Breze und und und
Eigentlich wollte er das Buch beenden, als Lilly kein Baby mehr war. Aber sie wird wohl immer sein Baby bleiben und so beendete er eben das Buch, als der Abgabetermin beim Verlag näher rückt.
Mein Eindruck:
Michael Mittermeier, Comedian, ein Urbayer geboren in Dorfen bei Erding.
Bekannt durch seine Bühnenshows in denen er gerne seine Mitmenschen auf die Schippe nimmt.
In diesem Buch lernt man eine andere Seite von Michael Mittermeier kennen. Er zeigt, dass nicht alles lächerlich und lustig ist, er zeigt unwahrscheinlich viel Gefühl und Familiensinn. Das Gefühl reißt einen regelrecht mit und man stellt als Leser fest, dass er mit Gudrun seine große, wahre Liebe gefunden hat und seine Tochter die Krönung dieser Liebe ist.
Auch zeigt er etwas, das für deutsche Comedians eher untypisch ist. Er kann über sich selber lachen. Er braucht seine Mitmenschen nicht, über die sich andere Comedians lustig machen. Die Schlagfertigkeit die er auf der Bühne zeigt, kommt auch in diesem Buch voll zur Geltung.
Mein Fazit:
Da Michael Mittermeier in diesem Buch eine nicht so bekannte Seite von sich zeigt, ist es auch für diejenigen lesenswert, die ansonsten nicht mit seinem Humor umgehen können. Sehr empfehlenswert für werdende Eltern und auch solche, die es schon sind oder planen welche zu werden. Kurz für jeden Leser