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Freitag, 3. Juni 2016

Das Eisrosenkind - Michael E. Vieten



Krimi
Christine Bernard freut sich über ihren freien Abend, den sie bei einem Klassikkonzert verbringen darf, in dem ihr Freund einer der Musiker ist. Sie genießt es in vollen Zügen und freut sich auf ihr Treffen mit ihm, bei dem sie klären möchte, ob sie beide denn nun ein Paar sind oder nicht.
Leider macht ihr ein neuer Mordfall einen Strich durch die Rechnung. Der Job geht vor. Also macht sie sich auf den Weg. Rosalia, ein achtjähriges Mädchen wurde aus dem Hort entführt. Die Mutter steht Todesängste um ihr Kind aus und die Polizisten haben schnell einen Verdächtigen, an dem sie sich buchstäblich festbeißen.
Dann wird eine Kinderleiche gefunden und der Fall scheint scheinbar aufgeklärt. Erfroren und trotzdem wunderschön anzusehen ist das Mädchen. Aber in der Rechtsmedizin stellt sich heraus, dass es sich nicht um die vermisste Rosalia handelt. Dieses Mädchen wurde vor 12 Jahren tiefgefroren und am Moselufer abgelegt.
Die Suche nach dem Mörder und dem Motiv beginnt.

Das Eisrosenkind ist der zweite Band um die Trierer Kommissarin Christine Bernard. Nach seinem ersten Psychokrimi um Christine Bernard, der mich ebenso gefesselt hat, hat Michael E. Vieten mit dem Eisrosenkind einen perfekten zweiten Fall oben drauf gesetzt.
Mit dem aktuellen Krimi verschafft der Autor dem Leser nicht nur aufgrund der Jahreszeit Gänsehaut, sondern auch mit der Handlung. Man mag dieses Buch einfach nicht zur Seite legen, sodass ich es in zwei Tagen gelesen, nein, regelrecht verschlugen habe.
Michael E. Vieten hat sich in die Tiefen der Rechtsmedizin und der polizeilichen Ermittlungsarbeit begeben und damit eine glaubwürdige und nachvollziehbare Story abgeliefert.

Christine Bernard kommt menschlich realistisch rüber, sie geht nicht nur in ihrem Job voll und ganz auf, sie vergisst darüber auch nicht, dass sie ein eigenes Leben führt, was sie umso sympatischer gegenüber anderen 08/15-Ermittlern macht.

Der gefrorene Torso mit den Rosenblättern auf dem Cover ist perfekt gewählt und lässt genau auf das hoffen, was man im Buch serviert bekommt.

Michael E. Vieten hat sich in seiner Schreibweise im Vergleich zum ersten Band deutlich weiter entwickelt, was daran erkennbar ist, dass der Aufbau der Geschichte, die Wortwahl und auch die Satzstellungen professioneller wurden. Es macht Spaß, diesen Krimi zu lesen und sich auf den nächsten Fall zu freuen.

Ein Kriminalroman, dem ich jedem Fan außergewöhnlicher Mordfälle guten Gewissens ans Herz legen kann.

Hier erhältlich:

304 Seiten
Acabus Verlag
Erschienen am 7. März 2016
ISBN 978-3862824137

1061 KB
Amazon Media
ASIN B01DY4I2V6

Freitag, 13. März 2015

Atemlos - Von des Todes zarter Hand - Michael E. Vieten

244 Seiten
CreateSpace Independent Publishing Platform
Erschienen am 4. Dezember 2014
ISBN 978-1505377453

Klappentext:

Die Geschichte von Anna Nowak und Anselm Jünger geht weiter. Hauptkommissar Matheo Anderssons Vorgesetzte im Landeskriminalamt Mainz hatten sich unmissverständlich ausgedrückt. Sie wollten auf keinen Fall eine „Bonnie & Clyde-Geschichte“ daraus werden lassen. Deswegen schickten sie ihren besten Mann. Doch das flüchtende Verbrecherpärchen gerät völlig außer Kontrolle. Anna Nowak und Anselm Jünger ziehen auf ihrer wilden Flucht eine blutige Spur hinter sich her. Auch vor Geiselnahme schrecken sie nicht zurück. Dabei fällt ihnen Matheo Anderssons junge und unerfahrene Kollegin in die Hände. Ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt.

Mein Umriss:

Nachdem der Polizeibeamte Horst Krieger den Anschlag durch Anselm Jünger nicht überlebt hat, übernimmt sein Kollege Rottmann die weiteren Ermittlungen. Jedoch auch diesem kommt Jünger auf die Schliche und verletzt ihn schwer.
Das LKA Mainz schaltet sich mit KHK Matheo Andersson in den Fall ein, der unter Mithilfe der jungen Kommissarin Christine Bernard dem Gaunerpärchen auf der Spur bleibt. Dieses Pärchen zieht eine blutige Spur durch die Umgebung um Trier und ist der Polizei immer einen kleinen Schritt voraus.
Bis sie in einer Bankfiliale Geiseln nehmen und Christine Bernard mitten drin ist und versucht, die Sympathien von Anna Nowak und Anselm Jünger zu erlangen…

Mein Eindruck:

Die Neugierde trieb mich, als ich den zweiten Teil um das Pärchen Anselm Jünger und Anna Nowak zu lesen begann.
War der erste Teil für mich noch etwas irritierend, weil Michael E. Vieten mit seinem Aufbau der Geschichte ganz andere Wege, als andere Autoren beschritt, so überzeugte er mich nun mit Spannung, rasanten Abläufen, logisch nachvollziehbaren Polizeiermittlungen und dem richtigen Quentchen Nervenkitzel.
Auch dieser Teil war in Schreib- und Ausdrucksweise eher einfach, daher leicht zu verfolgen, gehalten. Dies war genau die richtige Wahl, die den Leser an dieses Buch fesselt.
Im ersten Teil eher irritiert nach Aufhängern suchend, sah ich im zweiten Teil große Parallelen zum Fall Gladbek von 1988. Insbesondere als die Bank anfing eine wichtige Rolle zu spielen. Obwohl hier die Verbrecher doch etwas humaner mit ihren Geiseln umgingen, als damals Dieter Degowski und Hans-Jürgen Rösner.
Gerade die Geiselnahme in der Bank wird vom Autor wie eine Spontantat behandelt, zumal Jünger und Nowak diese Tat mit immer neuen Ideen garnieren, wenn gewisse Dinge passieren, oder die Geiseln entsprechende Bemerkungen machen.
Hatte ich mit dem ersten Band noch Zweifel, ob die Krimis von Michael E. Vieten mein Ding sind, so hat er mich nun davon überzeugt und ich freue mich noch mehr von diesem Autor, der andere Wege wählt als die große Masse, zu lesen.

Mein Fazit:

Man sollte nach einem aussergewöhnlichen Einstieg einem Autor auch mal eine zweite Chance geben. Dies bereut man bei Michael E. Vieten auf keinen Fall.

Danksagung:

Herzlichen Dank Michael E. Vieten, dass ich das Bild des Covers in Verbindung mit meiner Rezension veröffentlichen darf.

Freitag, 6. März 2015

Beim Sterben ist jeder allein - Michael E. Vieten

262 Seiten
CreateSpace Independent Publishing Platform
Erschienen am 22. Februar 2013
ISBN 978-1482616286

Klappentext:

Anselm Jünger lebt zurückgezogen. Er ist freundlich, unscheinbar und still. Der chronische Asthmatiker führt ein unauffälliges Leben. Von Kollegen und Nachbarn gleichsam geschätzt. Er sitzt gerne alleine in der Kirche, ist höflich, überaus höflich und zurückhaltend. Wer ihn bemerkt, empfindet so etwas wie Sympathie für ihn. Doch tief in ihm lauert eine tödliche Gefahr. Seine überaus niedrige Reizschwelle kombiniert mit der unterentwickelten Fähigkeit zur Konfliktbewältigung. Anselm Jünger ist ein psychopathischer Mörder. Intelligent, pragmatisch, eiskalt. Wer ihn kränkt, unhöflich oder unaufmerksam ist oder ihn zurückweist oder einfach nur sein grundsätzliches Missfallen auslöst, schwebt in größter Gefahr. Allein die Prostituierte Anna Nowak hat Zugang zu diesem überaus verschlossenen Menschen und gefährlichen Psychopathen. Auf dem Schreibtisch der Mordkommission Trier liegen die Akten von vier Fällen. Die einzige Gemeinsamkeit ist, alle Opfer starben durch Ersticken, und es lässt sich weder ein Motiv noch ein Verdächtiger ermitteln. Der aus gesundheitlichen Gründen beurlaubte, aber überaus erfolgreiche Ermittler Hauptkommissar Krieger wird gebeten, sich die vier Fälle anzusehen und neue Ermittlungsansätze zu erarbeiten. Der übergewichtige Krieger soll seinem sportlichen aber wenig geschätzten Kollegen Rottmann zuarbeiten. Während Horst Krieger die Ratschläge der Polizeipsychologin und die Anweisungen seiner Ärztin ignoriert, frisst und säuft er sich dem Herztod entgegen. Doch er ist und bleibt ein brillanter Ermittler. Ein Denker. Dreißig Jahre Erfahrung im Polizeidienst arbeiten gegen den Serienmörder Anselm Jünger. Dann stehen sie sich gegenüber und wissen, nur einer von beiden wird sich danach irgendwo einen Kaffee bestellen.

Mein Eindruck:

Nach dem sehr umfangreichen Klappentext würde ich nun zu viel über den Inhalt verraten, wenn ich einen Umriss verfassen würde. Also beschränke ich mich hier auf den Eindruck, den dieses Buch auf mich machte.
Am Anfang durch die Tötung einer Katze verstört, folgte ich Anselm Jünger in sein ruhiges, fast schon beschauliches Leben, das dieser durch scheinbar schwach motivierte Morde immer wieder aufleben lässt. Irritierend war für mich dieses sinnlose Morden an Menschen, zu denen er so gut wie keine Beziehung pflegte und aus Gründen, die absolut nicht nachvollziehbar sind. Aber für ihn scheinen die Gründe wohl so schwerwiegend zu sein, dass er die Morde begeht. Im ersten Drittel des Buches hat der Autor Michael E. Vieten Mord an Mord gereiht und polizeiliche Ermittlungen, sowie Zeugen oder sonstige Eindrücke unerwähnt gelassen. Immer öfter drängte sich mir die Frage auf, warum die Leichen zwar gefunden werden, der Autor dies jedoch nicht mit einfließen ließ.
Im zweiten Drittel ist es endlich soweit. Allerdings erfährt man da so gut wie nichts über die eigentliche Polizeiarbeit, nur über den wegen Fettleibigkeit vom Dienst befreiten Hauptkommissar Krieger, den seine Kollegen zu den Mordfällen um Hilfe baten. Obwohl er mehr den sinnlichen Genüssen des Essens zugetan ist, findet er mit Hilfe seiner Psychologin den Strohhalm, an den er sich bei seinen Ermittlungen klammert und der ihn auf die richtige Fährte bringt.
Leider ist es ihm nicht gegönnt, seine Ergebnisse den Kollegen mitzuteilen und somit zur Aufklärung der Morde in gewünschtem Sinne beizutragen.
Hier hat Michael E. Vieten meiner Meinung nach dann doch etwas zu dick aufgetragen. Ob aus dem Grund, dass er bereits die Idee zu einem zweiten Band über Anselm Jünger und Anna Nowak hatte, oder aus einem anderen Grund, entzieht sich meiner Kenntnis.
Die Schreibweise ist einfach gehalten, die Ermittlungen der Polizei hätten besser mit einfließen müssen und das Ende ist leider zu vorhersehbar, weil Vieten in diesem Punkt zu sehr nach einem Klischee hangelte, das er damit bediente.
Nach achtzig Seiten war es mir schon fast zu viel des Mordens, ich las jedoch weiter, um meine Neugierde nach Aufklärung zu stillen. Dass dies ein Polizist übernimmt, der gar nicht im Dienst ist, überraschte mich dann etwas, aber passt zum übrigen Dasein von Krieger.
Keine Überraschung hingegen ist, dass es einen zweiten Band über Anselm Jünger gibt, an den ich mich nun mit meiner Neugierde mache, denn es muss Gerechtigkeit geben.
Michael E. Vieten weicht mit seiner Art einen Kriminalfall zu schreiben, etwas von der Norm ab. Damit wird er sicherlich nicht das Herz eines jeden Krimifans treffen. Aber die, die von diesem Buch begeistert sind, werden sicher gleich im Anschluss zum zweiten Band greifen.
So wie ich es tun werde.

Mein Fazit:

Etwas anderer Kriminalroman, an den man sich aber gewöhnen kann, weil er das Tier Neugierde füttert.

Danksagung:

Herzlichen Dank Michael E. Vieten, dass ich das Bild des Covers in Verbindung mit meiner Rezension veröffentlichen darf.