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Donnerstag, 10. Januar 2013

Das Mädchen ohne Hände - Mariatu Kamara, Susan McClelland

208 Seiten
Weltbild
Erschienen 5. Oktober 2009
ISDN 978-3629022295

Klappentext:

Der Bürgerkrieg in Sierra Leone ist einer der brutalsten Kriege des 20. Jahrhunderts, doch Mariatu Kamara erlebt eine sorglose und behütete Kindheit auf dem Land – bis zu jenem schicksalhaften Tag, als die Zwölfjährige in einen Hinterhalt bewaffneter Rebellen gerät.
In einem Gewaltrausch hacken die Kindersoldaten beide Hände ab. Doch wie durch ein Wunder überlebt sie….
In einer eindrucksvoll klaren Sprache erzählt Mariatu von ihrer waghalsigen Odyssee, die die Kriegswaise aus dem afrikanischen Busch in die Straßen der Hauptstadt Freetown führt und nach einigen Umwegen in Kanada endet, wo ein neues Leben für sie beginnt.

Mein Umriss:

1991-2002 – in Sierra Leone herrscht Bürgerkrieg.
Lange Zeit bekommen Mariatu und und ihre Angehörigen nichts davon mit. Sie wissen zwar was los ist, sind in ihrem Dorf jedoch weitestgehend sicher vor den Soldaten und Rebellen. Mariatu hat eine schöne, behütete Kindheit. Sie hat zwar auch Wünsche, von denen sie weiß, sie werden nie in Erfüllung gehen, aber sie stellt keine Ansprüche an ihre Eltern. Als dann doch Rebellen in die umliegenden Dörfer einfallen, diese niederbrennen, die Frauen und Kinder misshandeln und die Männer töten, müssen auch die Menschen mit und um Mariatu fliehen. Sie schlagen sich in den Dschungel und verstecken sich. Als sie nach einiger Zeit diverse Dinge aus dem Dorf benötigen, sind sich die Erwachsenen sicher, dass niemandem mehr Gefahr droht und schicken Mariatu zurück.
Mariatu fällt dort bewaffneten Rebellen in die Hände. Sie muss zusehen, wie eine hochschwangere Frau und ihr ungeborenes Kind getötet werden. Auch sie hat Angst um ihr Leben. Aber der Befehlshaber dieser Rebellen kommt zur Entscheidung, dass Mariatu leben soll. Als er sie auffordert, sich auf den Weg zu ihrer Familie zu machen. Was sie jedoch nicht weiß…… der Anführer liefert sie damit seinen Kindersoldaten aus, die in einen regelrechten Blutrausch verfallen und ihr beide Hände abhacken.
Mariatu überlebt und schlägt sich auf Umwegen durch, um am Ende in einem Krankenhaus in Freetown zu landen, wo ihre Wunden und die Infektion behandelt werden. Nach der Entlassung geht sie in ein Auffanglager für versehrte Kriegsopfer, wo sie nicht nur Leute aus ihrem Dorf wiedertrifft, sondern auch Menschen, die für Hilforganisationen arbeiten. Diese Menschen ebnen Mariatu den Weg, das kriegsgebeutelte Land zu verlassen…..

Mein Eindruck:

Mit Hilfe der Autorin Susan McClelland ist dieses Buch anhand Mariatus Erlebnisberichten entstanden. Sehr aufwühlend erzählt das Mädchen von ihrer glücklichen Kindheit auf dem Land, aber auch von dem Rebellenüberfall, der sie fast das Leben kostete. Wie sie wieder gesund wurde und sich mit betteln über Wasser hielt. Ebenso ihren Weg nach Kanada, wo sie sich darauf vorbereitet, nach ihrem Schulabschluß etwas für ihr Heimatland und die Bevölkerung zu unternehmen.
Den beiden Frauen ist ein Buch gelungen, das nicht auf die Tränendrüse drückt, sondern mit einfachen und doch klaren Worten erzählt, was in Sierra Leone, an der Westküste Afrikas in der Zeit zwischen 1991 und 2002 mit der Bevölkerung passierte und wie Mariatu trotz begrenzter Mittel immer wieder ihren Mitmenschen hilft.

Mein Fazit:

Ein Buch über eine starke junge Frau, das man einfach gelesen haben muss.

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